ROUNDUP/Bankenverband: Deutsche Institute müssen sich global nicht verstecken

Sonntag, 09.10.2016 11:55 von

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die deutschen Banken sehen sich trotz der Turbulenzen und Probleme der führenden heimischen Geldhäuser für den internationalen Wettbewerb gerüstet. "Deutschlands Banken müssen sich im globalen Wettbewerb nicht verstecken - auch wenn sie derzeit nicht auf Rosen gebettet sind und das Korsett aus Regulierung und niedrigen Zinsen sehr eng sitzt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, Michael Kemmer, am Samstag in Washington am Rande der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF). "Die Banken werden sich anpassen: durch Kosteneinsparungen, mehr Digitalisierung und Fusionen." Dies werde kein leichter Weg und Zeit dauern. Dies wüssten aber auch die Märkte.

Die Turbulenzen um die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie) schaden aus Sicht Kemmers nicht dem Finanzplatz Deutschland. Dieser sei gut aufgestellt. Die Politik verhalte sich klug: "Sie tut gut daran, in solchen Fällen eher zurückhaltend zu agieren. Und dies tut sie." Die Mahnungen des IWF an die europäischen Geldhäuser seien nicht so neu und beträfen teils weniger die deutschen Banken, etwa die Forderung zum Abbau notleidender Kredite. Der IWF-Befund sei keiner, der die europäischen Banken in Grund und Boden rede. Natürlich müssten die Geschäftsmodelle angepasst werden.

Die deutschen Banken seien international absolut wettbewerbsfähig und "leistungsfähige Player". Auf dem Heimatmarkt seien sie vielleicht sogar ein wenig zu wettbewerbsfähig. Sie böten hervorragende Bankdienstleistungen zu vergleichsweise extrem günstigen Preisen, sagte Kemmer. Aus Kundensicht gebe es in Europa keine besseren Angebote. Aber die Geschäfte der deutschen Geldhäuser seien im Moment nicht profitabel genug. Was auch an Überkapazitäten hierzulande liege. Höhere und kostendeckende Preise für Dienstleistungen seien zu erwarten.

Der Verbands-Präsident und Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank Berenberg, Hans-Walter Peters, warnte vor deutlich höheren Kapitalanforderungen für Banken. Diese seien weder notwendig noch gerechtfertigt. "Wir sind ganz klar für ein weltweit einheitliches Regelwerk, aber nicht zu Lasten von Banken und Kunden in einzelnen Regionen", sagte Peters. Es sei zu befürchten, dass die neuen Regeln in Europa zu einem drastischen Anstieg der Kapitalanforderungen im Bereich der Immobilienfinanzierung führen werden./sl/DP/zb