ROUNDUP: Bahn-Tarifverhandlungen mit GDL ergebnislos vertagt

Freitag, 18.11.2016 11:54 von

BERLIN (dpa-AFX) - Im Tarifkonflikt der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) liegen beide Seiten auch nach vier Verhandlungsrunden in wichtigen Punkten weit auseinander. Die Bahn legte der Arbeitnehmerseite in der Nacht zu Freitag ein erstes Angebot für mehr Geld für die rund 35 000 Beschäftigten vor. "Wir gehen große Schritte auf die GDL zu", betonte Personalvorstand Ulrich Weber am Freitag. Ziel sei ein schneller Abschluss.

Zugleich warf Weber der Gewerkschaft beim Thema planbare Arbeitszeit eine "Blockadehaltung" vor. Die GDL hat sich noch nicht zur jüngsten Runde geäußert. Beide Seiten setzten sich nicht wie geplant am Freitag nochmals zusammen. Man vertagte sich bis zum nächsten Termin am 28. November in Frankfurt.

In Berlin bot die Bahn 1,5 Prozent mehr Geld rückwirkend zum 1. Oktober 2016 plus 0,2 Prozent in Form eines höheren Zusatzurlaubs für Nachtarbeit, außerdem eine Einmalzahlung von 375 Euro. Eine weitere Einkommensverbesserung von 2,5 Prozent soll sich zum 1. Januar 2018 aus einer Arbeitszeitsenkung ergeben, die 2015 vereinbart worden war. Der Bahn schwebt eine Laufzeit des Tarifvertrags von 27 Monaten vor.

Sie fordert zudem einen Flächentarifvertrag für den Nahverkehr. Damit will die Bahn verhindern, dass andere Eisenbahn-Unternehmen ihr mit Hilfe niedrigerer Löhne Konkurrenz machen. Der Abstand liegt nach Konzernangaben noch immer bei sieben bis zehn Prozent.

In den ersten Verhandlungsrunden war darüber diskutiert worden, wie das Zugpersonal entlastet werden kann und wie die Arbeitsbedingungen verbessert werden können. "Da gibt es noch keinen Konsens", bekannte Weber. Er warf der GDL vor, "eine lange Liste mit meist unerfüllbaren Wünschen" vorgelegt zu haben. Sie blockiere zudem den Bahn-Vorschlag, neue Arbeitszeit- und Schichtplanmodelle zunächst zu testen. "Die GDL-Forderungen für ein komplett neues Arbeitszeitsystem führen nach DB-Bewertung zu einer Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich."

Die Bahn verhandelt parallel mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die Verbesserungen für 150 000 Beschäftigte erreichen will, darunter auch das Zugpersonal. Beide Seiten treffen sich am 23. November wieder in Berlin. Die EVG hatte zuletzt Warnstreiks im Dezember nicht ausgeschlossen./bf/DP/jha