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ROUNDUP/Aufsichtsrat: Flughafen Hahn braucht frühestens im Dezember Kredit

Freitag, 04.11.2016 16:22 von

MAINZ (dpa-AFX) - Der Flughafen Hahn wird nach Ansicht des Aufsichtsrates frühestens im Dezember auf Geld aus einem staatlichen Kredit angewiesen sein. Die erste Rate werde "entweder einfach zur Überbrückung der Weihnachtstage Mitte Dezember in der Größenordnung von vielleicht einer Million (Euro), vielleicht aber auch erst Anfang Januar" nötig, sagte Aufsichtsratschef Salvatore Barbaro am Freitag in Mainz. Die für den Betrieb notwendige Liquidität von noch vier Millionen Euro werde Ende November oder Anfang Dezember erreicht. Der defizitäre Hunsrück-Airport soll verkauft werden. Er gehört zum Großteil Rheinland-Pfalz, zum kleineren Teil Hessen.

Das Darlehen des Landes Rheinland-Pfalz, das 34 Millionen Euro umfasst, wird voraussichtlich in kleinen Tranchen abgerufen. Das sei ein kleineres Risiko, sagte Barbaro. Voraussetzung für den Kredit ist eine positive Wirtschaftsprognose für den Flughafen. Die Berater der rheinland-pfälzischen Landesregierung wollen bis 21. November aus sechs Bietern diejenigen auswählen, mit denen weiterverhandelt wird. Der erste Verkaufsversuch war im Juli gescheitert.

Die Flughafen GmbH zeigte sich vorsichtig optimistisch für die weitere Entwicklung des Passagier- und Frachtverkehrs. Am Sonntag werde ein Logistikunternehmen, das für einen Großkonzern Teile transportiert, neu vom Hahn fliegen, sagte Geschäftsführer Markus Bunk. Geplant sei ein Flug pro Woche. Er zog eine positive Bilanz der neuen Strategie hin zu mehr Charterverkehr bei der Fracht nach dem Weggang der Fracht-Airline Yangtze River Express. "Wir gehen im Moment davon aus, dass wir etwa auf Vorjahresniveau landen." Das seien dann rund 80 000 Tonnen Fracht.

Der neue Sommerflugplan 2017 bringe mit Timisoara in Rumänien ein neues Ziel, sagte der Flughafen-Chef. Allerdings fliege Ryanair etwas seltener nach Portugal zugunsten des neuen Standorts der Airline in Luxemburg. Die Zahl der Flugbewegungen liege insgesamt leicht unter dem Vorjahresniveau, aber etwas über der Planung.

Der Einstieg von Ryanair am Frankfurter Flughafen habe zunächst keine Auswirkungen auf den Sommerflugplan des Flughafens Hahn. Dort ist der irische Billigflieger der Platzhirsch. "Zunächst werden die Passagiere, die ohnehin in Frankfurt fliegen, überlegen, mit wem sie fliegen. Das belastet uns nicht", sagte Bunk. Er räumte aber ein: "Es wird zu beobachten sein."/vr/DP/mis