ROUNDUP: Airbus-Militärhubschrauber in der Schweiz abgestürzt - zwei Piloten tot

Mittwoch, 28.09.2016 18:01 von

BELLINZONA (dpa-AFX) - Über dem Gotthardpass ist am Mittwoch ein Militärhubschrauber der Schweizer Luftwaffe abgestürzt. Die zwei Piloten der Maschine vom Typ Super Puma (Puma Aktie) des Herstellers Airbus Helicopters kamen dabei ums Leben, wie Luftwaffenkommandant Aldo Schellenberg mitteilte. Ein weiteres Besatzungsmitglied sei schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden.

Der Absturz ereignete sich gleich nach dem Start am Mittag. Kurz zuvor hatte die Unglücksmaschine am Gotthardpass eine Delegation der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) abgesetzt. Ihr gehören vier Offiziere und ein Delegierter aus Frankreich an. Alle blieben unverletzt.

Bis zur genauen Klärung der Absturzursache hat die Schweizer Luftwaffe sämtliche Flüge mit Super-Puma-Helikoptern eingestellt, teilte Schellenberg mit. Es sei eine militärgerichtliche Untersuchung eingeleitet worden. In Norwegen waren Anfang Juni Flüge mit diesem Hubschrauber-Typ untersagt worden, nachdem dort im April 13 Menschen beim Absturz eines Super Puma ums Leben gekommen waren.

Der Schweizer Armeechef André Blattmann sagte Reportern an der Absturzstelle, der Helikopter habe möglicherweise ein Stromkabel berührt. Was danach geschehen sei, sei Gegenstand der Ermittlungen.

Airbus Helicopters erklärte, es habe sich den vorliegenden Informationen zufolge um einen Helikopter des Typs Cougar AS 532 gehandelt. Das ist die militärische Variante des Super Puma AS 332. Das Unternehmen untersuche die Umstände des Unfalls und stehe bereit, um die Behörden bei Bedarf zu unterstützen, sagte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.

Die deutsche Luftwaffe hat nach Angaben auf ihrer Website drei Maschinen dieses Typs, die für den VIP-Transport ausgerüstet sind, im Einsatz. Die Schweizer Luftwaffe verfügt über 25 Transporthelikopter der Typen Super Puma und Cougar.

Erst vor knapp vier Wochen war in den Alpen ein Kampfflugzeug der Schweizer Luftwaffe vom Typ F/A-18 kurz nach dem Start in eine Bergwand gerast. Dabei kam der Pilot ums Leben. Später hieß es, der Flugleitdienst habe eine für die Maschine zu geringe Flughöhe vorgeschrieben./bur/DP/stw/tos