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ROUNDUP 2: US-Notenbank hält still und signalisiert baldige Zinsanhebung

Mittwoch, 21.09.2016 21:23 von

(neu: Fed-Prognosen, Yellen Aussagen)

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch den Leitzins zum sechsten Mal in Folge unverändert gelassen und gleichzeitig aber ein Signal für eine baldige Leitzinsanhebung gegeben. Die Argumente für eine erneute Leitzinsanhebung hätten sich "verstärkt", teilte die Fed in ihrer Stellungnahme zum Zinsentscheid am Mittwoch mit. Die kurzfristigen Risiken für den Wirtschaftsausblick seien "ziemlich ausgewogen".

Ihren Leitzins ließ die Notenbank wie erwartet in einer Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent. Der geldpolitische Ausschuss der Fed zeigte sich bei der Zinsentscheidung aber uneins. Immerhin drei Mitglieder stimmten für eine Zinsanhebung auf dieser Sitzung. Neben Esther George plädierten auch Loretta Mester und Eric Rosengren für eine Leitzinsanhebung auf die Spanne von 0,50 bis 0,75 Prozent. Allerdings versicherte Notenbankchefin Janet Yellen auf der Pressekonferenz nach der Zinsentscheidung, dass die Uneinigkeit im geldpolitischen Ausschuss geringer sei als viele derzeit denken.

KEIN KLARER HINWEIS AUF ZEITPUNKT DER NÄCHSTEN ZINSERHÖHUNG

Klare Hinweise auf den genauen Zeitpunkt einer möglichen Zinsanhebung gaben die Währungshüter aber nicht. Sie wiederholten die bereits in der Vergangenheit mehrfach getroffene Aussage, dass die wirtschaftliche Entwicklung lediglich "graduelle" Zinsanhebungen zulasse. An den Finanzmärkten wird derzeit über eine Anhebung im Dezember spekuliert.

Fed-Präsidentin Yellen hielt eine Zinserhöhung im laufenden Jahr für möglich, wenn die Entwicklung am Arbeitsmarkt weiterhin gut laufe. Außerdem dürfe es für einen Zinsschritt keine neuen Risiken geben.

FED-MITGLIEDER ERWARTEN ENDE 2019 LEITZINS IM MITTEL BEI 2,6 PROZENT

Generell scheint die Fed die geldpolitischen Zügel aber deutlich langsamer als bislang vorgesehen straffen zu wollen. Dies legen neue Leitzinsprognosen nahe, die die Fed zeitgleich zu ihrem Zinsentscheid veröffentlichte. Demnach rechnet der geldpolitische Ausschuss FOMC für Ende 2016 im Mittel (Median) mit einem Zinsniveau von 0,6 Prozent. Bei der vorangegangenen Prognose im Juni hatte der Wert noch bei 0,9 Prozent gelegen.

Bis Ende 2017 rechnet die Fed im Mittel mit einem Leitzins von 1,1 Prozent. Hier waren die Währungshüter im Juni noch von 1,6 Prozent ausgegangen. Ende 2018 werden im Mittel 1,9 Prozent erwartet, nach 2,4 Prozent bei der Juni-Prognose. Erstmals gab es von den US-Notenbankern auch eine Prognose für die Höhe des Leitzinses Ende 2019. Demnach dürfte er in etwa drei Jahren bei 2,6 Prozent liegen.

FED: INFLATION BEWEGT SICH AUF ZIELMARKE ZU

Die Wirtschaft habe sich nach dem moderaten Wachstum im ersten Halbjahr etwas verstärkt, heißt es in der Fed-Mitteilung. Allerdings senkten die Währungshüter ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr auf 1,8 Prozent. Im Juni hatten sie noch ein Wachstum um 2,0 Prozent erwartet.

Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich weiter verbessert, hieß es weiter in der Mitteilung der Fed. Mittelfristig dürfte die Inflation sich wieder in Richtung des Zielwerts von zwei Prozent bewegen. Laut der Prognose erwarten die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses, dass die Inflationsrate bis 2018 auf die anvisierte Zielmarke steigen wird.

WENIG BEWEGUNG AN DEN FINANZMÄRKTEN

Die Währungshüter haben am Mittwoch zum sechsten Mal in Folge den Zins unangetastet gelassen. Mitte Dezember hatte die Notenbank erstmals seit der Finanzkrise den Leitzins angehoben. Dieser hatte zuvor seit Ende 2008 - also kurz nachdem die weltweite Finanzkrise ihren Höhepunkt erreicht hatte - in der Spanne zwischen null und 0,25 Prozent gelegen.

Der Kurs des Euro legte nur zeitweise etwas zu und erreichte ein Tageshoch bei 1,1197 US-Dollar. Zuletzt stand die Gemeinschaftswährung aber wieder kaum verändert. An der New Yorker Börse legten die Aktienkurse nach den geldpolitischen Beschüssen moderat zu./jsl/jkr/jha/