ROUNDUP 2: Symrise bleibt auf Wachstumskurs - Industrieaktivitäten verkauft

Mittwoch, 02.11.2016 11:20 von

(neu: Aussagen aus der Telefonkonferenz)

HOLZMINDEN (dpa-AFX) - Der Aromen- und Duftstoffhersteller Symrise (Symrise Aktie) bleibt trotz schwieriger Bedingungen in Schwellenländern klar auf Wachstumskurs. "Nach dem dynamischen Geschäftsausbau und dem kräftigen profitablen Wachstum in den ersten neun Monaten sehen wir dem Endspurt 2016 optimistisch entgegen", sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram am Mittwoch. Er bestätigte die Ziele und gab zudem den Verkauf von Industrieaktivitäten aus einem jüngsten Zukauf bekannt.

An den Prognosen für das laufende Jahr hielt der MDax-Konzern fest. Symrise will weiter schneller als der Markt wachsen. Dabei dürfte die Profitabilität gemessen an der Ebitda-Marge bei mehr als 20 Prozent liegen. Auch die Mittelfristziele hätten vollen Bestand, erklärte Bertram. Ungeachtet der politischen und konjunkturellen Schwankungen in einzelnen Ländern sei von einer guten Nachfrage und Wachstumsdynamik auszugehen. Symrise sei "sehr gut" in das vierte Quartal gestartet.

Am Finanzmarkt war die Reaktion eher verhalten. In einem schwächeren Umfeld büßten die Aktien am Vormittag 0,13 Prozent auf 61,77 Euro an Wert ein. Im August hatten sie bei 69,32 Euro noch ein Rekordhoch erreicht. Experten zeigten sich in ersten Reaktionen mit der Profitabilität unzufrieden. DZ-Bank-Experte Thomas Maul etwa sprach zwar von einem überraschend starken Wachstum, die Profitabilität sei aber etwas geringer als erwartet ausgefallen.

Im dritten Quartal legte der Umsatz auch dank eines Zukaufs um 13 Prozent auf 729,8 Millionen Euro zu. Besonders kräftig war der Sprung bei Riechstoffen. Im Januar hatte Symrise mit dem Kauf der amerikanischen Pinova für rund 400 Millionen Dollar (Dollarkurs) das Duftstoffgeschäft um natürliche Rohstoffe gestärkt. Nun verkaufen die Niedersachsen die Industrieaktivitäten daraus an DRT für 150 Millionen Dollar. Der französische Spezialanbieter übernimmt so die Einheit mit Produktlösungen für technische Anwendungen wie Klebstoffe, Farben oder etwa Lacke. Bertram sprach von der "richtigen Transaktion zur richtigen Zeit und zum richtigen Preis". Der Verkauf soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

Symrise profitierte im dritten Quartal neben den Zukäufen auch von einer starken Nachfrage und einer hohen Auslastung. Ungünstigere Wechselkurse bremsten vor allem das Geschäft mit Aromen. Bei konstanten Wechselkursen wäre der Umsatz mit 17 Prozent insgesamt deutlich stärker gewachsen.

Bei den Gewinnkennzahlen belastete der Pinova-Kauf. Wegen Kosten im Zusammenhang mit der Übernahme sank der Gewinn im Jahresvergleich um fast neun Prozent auf 59,9 Millionen Euro. Die Ebitda-Marge ging wegen der Verwässerung durch Pinova auf 20,5 (Vorjahr 22,9) Prozent zurück. Mit gut 8900 Mitarbeitern ist der Konzern ein wichtiger Lieferant für die Kosmetik-, Pharma-, Lebensmittel- sowie Getränkeindustrie./jha/mne/fbr