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ROUNDUP 2: Pharmamarkt treibt Gerresheimer an - Deutlich höhere Dividende

Mittwoch, 15.02.2017 12:00 von

(Neu: Aussagen aus der Pressekonferenz.)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Verpackungsspezialist Gerresheimer (Gerresheimer Aktie) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (Ende November) von robusten Pharmamärkten profitiert und Umsatz und Gewinn gesteigert. "2016 war ein erfolgreiches Jahr für uns", sagte Konzernchef Uwe Röhrhoff am Mittwoch laut Mitteilung. Auch nach vorne blickt er trotz der Unsicherheiten in den USA mit Zuversicht: "Wir schauen optimistisch in die Zukunft und investieren weiter in wichtige Wachstumsmärkte, auch wenn der Start ins Geschäftsjahr schwieriger zu sein scheint als im Vorjahr."

Das erste Quartal dürfte von verschiedenen Faktoren belastet werden, erklärte Röhrhoff. So stehe etwa ein Wannenumbau in einem Glaswerk an. Zudem gebe es einige Unsicherheiten im US-Pharmageschäft. "Derzeit würde ich da nicht die Alarmglocken läuten wollen", sagte er mit Blick auf die Auswirkungen der Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump. Man beobachte die Lage aber genau. Bei den Kunden sei eine gewisse Vorsicht zu erkennen. Trump hatte Obamacare zurückgenommen und die hohen Kosten für Medikamente beklagt.

Trotz der Unsicherheiten hob Röhrhoff den Ausblick leicht an. 2018 dürfte eine operative Marge (bereinigte Ebitda-Marge) von "rund 23" Prozent erreicht werden. Nach dem Verkauf des Laborglasgeschäfts hatte er den Zielwert bereits auf "über 22 Prozent" erhöht. Seinerzeit hieß es zur Begründung, dass die verbliebenen Geschäfte einträglicher seien als der verkaufte Bereich. 2016 verbesserte sich diese Kennzahl um 1,9 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent.

Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Umsatz auf rund 1,43 Milliarden Euro klettern. Er könnte aber auch um 25 Millionen höher oder niedriger ausfallen, erklärte Röhrhoff. Umsatzzuwächse bei Inhalatoren, Kunststoffverpackungen für Medikamente, Injektionsfläschchen und Kosmetikglas sorgten im abgelaufenen Geschäftsjahr für einen Zuwachs um 7,2 Prozent auf rund 1,38 Milliarden Euro. Dazu trug auch die Übernahme des US-Kunststoffspezialisten Centor bei. Bis Ende 2018 dürfte der Umsatz im Schnitt jährlich aus eigener Kraft um 4 bis 5 Prozent zulegen, bekräftigte der Manager.

Beim Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr machte sich auch der Verkauf des Laborglasgeschäfts positiv bemerkbar. Unter dem Strich blieben 121,6 Millionen Euro hängen und damit 16,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte um 17,2 Prozent auf 307,8 Millionen Euro zu. Im laufenden Geschäftsjahr peilt Gerresheimer hier rund 320 Millionen Euro an. Dabei sei eine Abweichung um je 10 Millionen nach oben oder unten möglich.

Angesichts des Fortschritts beim Schuldenabbau sieht der Konzern auch Spielraum für mögliche Zukäufe. Es sei aber zu früh, um etwas in Aussicht zu stellen, sagte Röhrhoff. Asiatische Länder seien weiter interessant. Gerresheimer sei bereit für die Herausforderungen der nächsten Jahre. 2016 habe sich der Konzern weiter auf das Kerngeschäft konzentriert. Nun sollen die Entwicklungsleistungen und Produktangebote für die Biotech- und Spezialpharmaindustrie kontinuierlich ausgebaut werden. Die Dividende soll kräftig um 20 Cent auf 1,05 Euro je Aktie steigen.

Am Finanzmarkt konnte der Konzern nicht wirklich punkten. Gegen Mittag standen die Aktien mit Abschlägen von gut 4 Prozent als schwächster MDax-Wert deutlich unter Druck. Händler verwiesen auf etwas höhere Erwartungen beim operativen Ergebnis. Insgesamt könnten die Anleger nach dem guten Lauf der Papiere nun aber erst einmal Kasse machen. Die Gerresheimer-Papiere haben sich seit ihrem Zwischentief im November um mehr als 16 Prozent erholt und bewegen sich nahe ihres Rekordhochs.

"Das Glas ist halb voll", überschrieb Analyst Scott Bardo von der Privatbank Berenberg seine Studie zur Bilanz. Gerresheimer habe ordentlich abgeschnitten und seine Erwartungen weitgehend erfüllt. Der Ausblick auf 2017 sei ermutigend, während die Anhebung des Margenziels für 2018 bereits erwartet worden sei. Allerdings sei die Aktie schon gut gelaufen. Hauck & Aufhäuser-Analyst Torben Teichler sprach von "soliden" Resultaten. Lediglich das bereinigte operative Ergebnis habe die Erwartungen verfehlt, vermutlich wegen des Verkaufs des Laborglasgeschäfts.

Das Unternehmen aus Düsseldorf stellt mit rund 10 000 Mitarbeitern vor allem pharmazeutische Verpackungen her wie vorfüllbare Spritzen und Ampullen. Aber auch Tiegel und Fläschchen für die Kosmetikindustrie sind im Programm./jha/mne/stb