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ROUNDUP 2: Nordamerika bremst Henkel aus - Analysten zunehmend skeptischer

Montag, 19.03.2018 12:18 von dpa-AFX

(neu: Konzernaussagen, Analystenstimmen, aktueller Kurs, Entwicklung 2017)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Für den Konsumgüterkonzern Henkel (Henkel Aktie) beginnt das Jahr 2018 schlechter als erhofft. Das Geschäft in Nordamerika stockt wegen Lieferschwierigkeiten, der Konzern stellt die Logistik um. Die Aktie ist stark unter Druck am Vormittag. Analysten runzeln die Stirn und lassen sich auch durch die bestätigte Jahresprognose nicht davon abringen.

Es gebe Lieferschwierigkeiten im nordamerikanischen Konsumgütergeschäft, teilte Henkel am Montag in Düsseldorf mit. Die Geschäfte mit Wasch- und Reinigungsmitteln (Laundry & Home Care) würden dadurch belastet. Der Konzern erwartet deshalb, dass diese Unternehmensbereiche mit Marken wie Persil und Perwoll das erste Quartal in Nordamerika mit einem organischen Umsatzrückgang abschließen werden.

An der Börse sorgten die Nachrichten für einen Kursrutsch: Die Aktie sackte am Vormittag um fast 5 Prozent ab und war damit in dem deutschen Leitindex Dax das Schlusslicht.

"Mit dieser Entwicklung in Nordamerika sind wir nicht zufrieden", sagte Vorstandschef Hans Van Bylen laut Mitteilung. Die Probleme würden derzeit behoben - bis zum Sommer rechne man mit der Rückkehr auf ein normales Geschäftslevel.

Das wichtige Klebstoffgeschäft, das rund die Hälfte des Konzernumsatzes erwirtschaftet, ist Konzernangaben zufolge von den derzeitigen Schwierigkeiten nicht betroffen und entwickele sich sehr gut. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Klebstoffgeschäft Henkel Rückenwind gebracht.

Insgesamt erwartet Henkel für das erste Quartal 2018 ein leicht positives organisches Umsatzwachstum für den Konzern. An der Jahresprognose wird trotz der aktuellen Probleme in den Vereinigten Staaten nicht gerüttelt. Demnach soll das Wachstum aus eigener Kraft 2018 weiterhin in der Bandbreite von 2 bis 4 Prozent liegen. Für den Beauty-Bereich wird dabei ein positives organisches Umsatzwachstum unterhalb dieser Bandbreite erwartet. Das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie soll 2018, wie bereits im Februar vom Konzern prognostiziert, um 5 bis 8 Prozent zulegen. Die Zahlen für das erste Jahresviertel stehen am 9. Mai zur Veröffentlichung an.

Unter den Analysten nimmt jedoch ungeachtet der bestätigten Jahresziele die Skepsis zu. Henkels aktuelle Probleme könnten dazu führen, dass der Konzern für das Gesamtjahr 2018 beim Wachstum aus eigener Kraft sowie beim Gewinnwachstum je Aktie womöglich nur am unteren Ende der angepeilten Bandbreite liegen werde, merkte Liberum-Analyst Rober Waldschmidt in einer am Montag vorliegenden Studie an. Seine Wachstumssorgen für den Konzern sieht er daher bestätigt. Celine Pannuti von JPMorgan bemängelte, dass sich die Umsatz- und Gewinnentwicklung für den Rest des Jahres nun schlechter prognostizieren lasse.

Im vergangenen Jahr hatte Henkel zum ersten Mal überhaupt beim Umsatz die Marke von 20 Milliarden Euro geknackt und auch beim Gewinn eine Bestmarke erreicht. Zu verdanken war der Zuwachs vor allem Zukäufen. Davon hänge Henkel nun aber zunehmend ab, so Experte Waldschmidt./ajx/stk/jha/