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Rewe: Kaiser's-Tengelmann-Kompromiss nur mit Markant und Norma

Freitag, 30.09.2016 11:24 von

MÜLHEIM/RUHR (dpa-AFX) - Wenige Tage vor dem Auslaufen der Frist für Kaiser's Tengelmann ist offenbar noch keine Lösung in Sicht. Ein möglicher Kompromiss für die Zukunft der angeschlagenen Supermarktkette sei nur mit Zustimmung der Unternehmen Markant und Norma möglich, teilte ein Rewe-Sprecher am Freitag in Köln mit. Ebenso wie Rewe hatten beide Unternehmen gegen die Ministererlaubnis zur Komplettübernahme von Kaiser's Tengelmann durch Edeka Beschwerde beim Oberlandesgericht Düsseldorf eingelegt. Die Richter hatten das Vorhaben daraufhin vorläufig gestoppt.

Damit der Weg für die Ministererlaubnis frei würde, müssten alle beteiligten Unternehmen ihre Beschwerden zurückziehen, so Rewe. Norma und Markant waren zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kaiser's-Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte am vergangenen Freitag die Pläne zur Zerschlagung der verlustreichen Supermarktkette für zwei Wochen ausgesetzt. Bis zum 7. Oktober wollen die beteiligten Unternehmen zusammen mit der Gewerkschaft Verdi einen letzten Versuch unternehmen, doch noch eine einvernehmliche Lösung zu finden. Scheitern die Verhandlungen, will Haub mit dem Einzelverkauf der Filialen beginnen. Dies könnte das Aus für Tausende Arbeitsplätze bedeuten.

Zuvor waren bei einem Krisengipfel von Haub, Edeka-Chef Markus Mosa, Rewe-Chef Alain Caparros und dem Verdi-Vorsitzenden Frank Bsirske erste Fortschritte erzielt worden. Seitdem soll es keine direkte Zusammenkunft der Beteiligten mehr gegeben haben.

Branchenprimus Edeka sowie Kaiser's Tengelmann hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Doch das Bundeskartellamt legte sein Veto ein. Gabriel hebelte das Zusammenschluss-Verbot über eine sogenannte Ministererlaubnis aus, die liegt aber angesichts der juristischen Auseinandersetzungen auf Eis./uta/DP/tos