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Republikanischer Kronprinz im Krisenmodus

Dienstag, 11.10.2016 18:20 von

Paul Ryan, Spitzenpolitiker der US-Republikaner, will Donald Trump nicht mehr unterstützen, empfiehlt ihn aber weiter zur Wahl. Die Einstellung des ranghöchsten Republikaners zeigt das ganze Dilemma seiner Partei.

Auf der Straße regiert die Wut – und hinter verschlossenen Türen die Ratlosigkeit. „Wir wollen Trump“, brüllen Demonstranten vor der Parteizentrale der Republikaner in Washington. Ein paar Dutzend haben sich versammelt, sie schwenken Fahnen und halten Banner in die Fernsehkameras. Ihr Zorn gilt der eigenen Partei, vor allem: Paul Ryan, dem Chef des Abgeordnetenhauses. „Der hat doch nur auf die Gelegenheit gewartet, Trump im Stich zu lassen“, dröhnt es aus der Menge.

Hinter den Fassaden der Macht laufen die Drähte heißt, seit Stunden hängen die konservativen Abgeordneten in einer Telefonkonferenz. Amerikas Rechte ist im Krisenmodus, vier Wochen vor der Wahl hat ein Video dem Land vor Augen geführt, dass der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump ein Sex-Ekel ist. Trumps Umfragewerte stürzen ab, selbst seine Lieblingstochter Ivanka springt ihm nicht öffentlich bei.

Ryan ist klar: Das war’s. Der ranghöchste Republikaner Washingtons gibt die Präsidentschaftswahlen de facto verloren. In der Telefonkonferenz erklärt er, sich darauf zu konzentrieren, die gefährdete Kongressmehrheit zu halten. Dass es im Senat knapp werden würde, war klar, aber zumindest das Abgeordnetenhaus schien bisher sicher zu sein. Doch Trumps Sexismus entfaltet einen unkalkulierbaren Sog. Ryan will den Kandidaten seiner Partei nicht mehr öffentlich unterstützen, keine gemeinsamen Auftritte abhalten. „Widerwärtig“, nennt er das Video. „Frauen müssen verehrt, nicht zu Objekten gemacht werden.“ Zugleich aber schreckt Ryan davor zurück, seine Wahlempfehlung für Trump zu widerrufen. Aus Angst vor der Wut der Basis.

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