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Rennen um Übernahme der Deutschen Wohnen geht in die heiße Phase

Sonntag, 17.01.2016 14:36 von

BOCHUM (dpa-AFX) - In den kommenden Tagen geht das Rennen um eine Übernahme des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen (Deutsche Wohnen Aktie) durch den Konkurrenten Vonovia (Vonovia Aktie) in die heiße Phase. Bevor am 26. Januar die Frist für die Annahme des Angebots für die Deutsche-Wohnen-Aktionäre endet, wird ab diesem Dienstag (19. Januar) mit dann täglichen Wasserstandsmeldungen zunächst einmal die Berichterstattung über den Stand der Offerte intensiviert.

Mit einer zuletzt für den 11. Januar gemeldeten Annahmequote von rund 7,3 Prozent ist Vonovia von seinem Übernahmeziel noch weit entfernt. Notwendig für den Vollzug der Übernahme ist eine Mehrheit von mindestens 50 Prozent plus eine Aktie.

Börsenexperten wie Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sehen trotz der noch geringen Annahmequote weiter gute Chancen für eine Annahme des Angebots. Da die jeweiligen Aktien nach der Annahme der Offerte gesperrt würden, zögerten viele Anleger die Bekanntgabe ihrer Entscheidung in der Regel möglichst lange hinaus, sagte er.

"Man ist sich halbwegs sicher, dass die institutionellen Anleger erst gegen Ende kommen werden", meinte Hechtfischer. Trotz eines hohen Anteils von Großaktionären werde es schließlich auf das Votum der Kleinaktionäre ankommen. "Die Kleinaktionäre werden im Zweifel das Zünglein an der Waage sein", so der Experte.

Die von dem Branchenprimus Vonovia vorgelegte Offerte ist nicht unumstritten. Der Deutsche Mieterbund lehnt das milliardenschwere Angebot an die Aktionäre ebenso ab wie der Übernahmekandidat Deutsche Wohnen.

Während Mieterbund-Sprecherin Silke Gottschalk Einsparungen zulasten der Mieter fürchtet, warnt Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn vor finanziellen Nachteilen und erhöhten Risiken durch den Zusammenschluss. Vonovia-Chef Rolf Buch, der mit einer Übernahme die Führungsrolle seines Unternehmens auf dem deutschen Wohnungsmarkt deutlich ausbauen könnte, verweist dagegen auf mögliche Einsparungen in Millionenhöhe./uta/DP/edh