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Renault wird in Europa kaum noch Diesel bauen

Dienstag, 06.09.2016 19:00 von

Renault zeichnet ein düsteres Bild für den Diesel: Nach der Abgasaffäre könnte er aus dem Markt verdrängt werden, so ein Renault-Manager. Denn strengere Standards und Messungen würden die Kosten deutlich erhöhen.

Renault dürfte Insidern zufolge in Zukunft kaum noch Autos mit Dieselmotoren herstellen. Bei einer firmeninternen Sitzung im Juli habe der für Wettbewerb zuständige Manager Thierry Bollore ein düsteres Bild für die Aussichten der Technologie nach der VW-Affäre gezeichnet, sagten zwei Teilnehmer der Nachrichtenagentur Reuters.

Bollore habe infrage gestellt, dass Diesel überhaupt eine Zukunft habe, sagte einer von ihnen. „Strengere Standards und Messmethoden würden die Kosten der Technologie so weit erhöhen, dass Diesel aus dem Markt gedrängt werden könnte“, fasste er Bollores Überlegungen zusammen.

Der französische Autobauer und der heimische Rivale Peugeot (Peugeot Aktie) haben viel Geld in die Dieseltechnologie gesteckt. Die meisten der 1,6 Millionen von Renault (Renault Aktie) 2016 in Europa ausgelieferten Autos gehörten in die Fahrzeugsegmente A (wie der Twingo), B (Clio) und C (Megane). Davon hatten mehr als 60 Prozent einen Dieselmotor.

Schon vor dem Skandal bei Volkswagen (VW Aktie) waren diese Antriebe allerdings aus den Wagen des A-Segments verschwunden, weil sich der Pluspunkt des geringeren Verbrauchs beim Verbraucher nicht gegen den den höheren Kaufpreis durchsetzen konnte. Den Insidern zufolge geht Renault nun davon aus, dass die anstehenden, strengeren Vorschriften in Europa Diesel auch in der B-Kategorie den Garaus machen werden.

Im Juni hatte VW-Chef Matthias Müller die Frage aufgeworfen, ob sich größere Investitionen in Dieseltechnologie noch lohnen. „Alle machen bei Diesel einen Rückzieher, weil es ab 2017-18 immer teurer wird“, erklärt der Analyst Pavan Potluri von IHS Automotive.

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