Reederei-Pleite bedroht das Weihnachtsgeschäft

Freitag, 23.09.2016 09:00 von

Auf den Schiffen der insolventen Großreederei Hanjin hängen Waren im Milliardenwert fest. Besonders Elektronikhändler sind betroffen. Für sie wird die Zeit vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft knapp.

Mit Weihnachten in Sicht träumen Händler normalerweise von fetten Umsätzen. Doch dieses Jahr könnte es für manche ein Nachschubproblem geben. Der Grund: Seit Hanjin, die siebtgrößte Frachtschiff-Reederei der Welt, in die Insolvenz gerutscht ist, sind Waren im Wert von geschätzt mehr als zwölf Milliarden Euro in Häfen und auf Schiffen auf hoher See gestrandet.

Häfen verweigern dutzenden Schiffen der südkoreanischen Reederei die Einfahrt, weil sie befürchten, dass Hanjin die Hafengebühr nicht bezahlen kann. Geschätzt 500.000 Container bleiben so auf den großen Frachtern, während Hanjin um Gläubigerschutz verhandelt.

Besonders betroffen sind Elektronikhändler und solche, die Konsumgüter verkaufen. Denn die Vorweihnachtszeit ist die profitabelste Zeit des Jahres für sie. „Black Friday kommt bald“, sagt der Chef der Hausgeräte-Sparte des Fernseher- und Smartphone-Herstellers LG Electronics, Cho Sung-Jin. Der Tag nach dem US-Feiertag Thanksgiving Ende November sorgt in den USA traditionell für einen Konsumrausch.

LG ließ bisher zehn bis 20 Prozent seiner Nordamerika-Fracht von Hanjin befördern. „Ich bin nicht sicher, ob wir mit unseren derzeitigen Beständen die Nachfrage bedienen können“, erklärte Cho Sung-Jin.

Auch Samsung, der größte Smartphone-Hersteller der Welt, ist betroffen: Er sorgt sich um Ware auf zwei Hanjin-Frachtern im Wert von umgerechnet rund 34 Millionen Euro. Gläubiger könnten die Ware beschlagnahmen lassen, wenn die Schiffe in einen Hafen einlaufen. Und in Peking hat der Asien-Geschäftsführer von Grill-Hersteller Weber, Stephen Zhu, seinen Kunden in Los Angeles und in Australien neue Ware geschickt, weil er nicht wusste, wann Hanjin zwei Container mit Grills im Wert von rund 700.000 Euro ausliefern wird.

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