Private Hörfunksender fordern Hilfen für Umstieg auf Digitalradio

Mittwoch, 26.10.2016 14:01 von

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die privaten Hörfunksender in Deutschland verlangen finanzielle Hilfen für den Umstieg vom UKW-Radio auf das Digitalradio DAB+. Nötig seien ungefähr 25 Millionen Euro pro Jahr, sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung von Antenne Bayern, Karlheinz Hörhammer, am Mittwoch bei den Medientagen München. Der Zuschuss könne zum Beispiel aus den Überschüssen des neuen Rundfunkbeitrags fließen, bei dem mehr Nutzer als früher erfasst werden.

Es gehe dabei nur um eine Übergangszeit, bis sich das Digitalradio flächendeckend durchgesetzt habe, betonte Hörhammer: "Wir haben noch keine Marktdurchdringung mit Geräten, die einen privaten Anbieter in die Lage versetzen, sich daraus zu refinanzieren. (...) Ich gehe davon aus, das wird noch eine ganze Weile von Jahren dauern."

Der NDR-Hörfunkdirektor Joachim Knuth stimmte im Grundsatz zu: "Ich glaube auch, dass es wichtig sein wird, dass wir Finanzierungsmöglichkeiten für die privaten Radioanbieter haben, also Brücken bauen, die dazu führen, dass sie mit einsteigen können."

Der Ausbau von DAB+ ist umstritten. In den meisten Haushalten gibt es noch kein DAB+-taugliches Empfangsgerät. Kritiker meinen, das Internet-Radio sei die Zukunft des digitalen Radios./bl/DP/stb