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Pressestimme: 'Handelsblatt' zu Ausgang Duma-Wahl

Dienstag, 20.09.2016 05:35 von

Die Duma-Wahl ist ein deutlicher Sieg für Wladimir Putin - obwohl das "Einige Russland" gegenüber der letzten Duma-Wahl vier Millionen Stimmen verloren hat. Ein Paradox, das besser als alles andere die Schwäche der russischen Opposition belegt. Vor fünf Jahren hatte das Ergebnis noch zu Massendemonstrationen geführt. Die Proteststimmung ist politischer Lethargie gewichen. Die Unzufriedenen blieben diesmal zu Hause. Die Wahlbeteiligung fiel auf ein historisches Tief von 47 Prozent. Schuld daran ist die Perspektivlosigkeit. Die Opposition hat sich als schwach und zerstritten erwiesen. Ihr persönliches Egos war den Oppositionsführern oft wichtiger als gemeinsame Politik. Gleich sechs Parteien fokussierten sich auf das ohnehin begrenzte liberale Wählerkontingent. Mit gezielten Kampagnen haben die staatlichen Medien das ihrige zur Diskreditierung der Liberalen beigetragen. Daher sagten die Soziologen ihnen schon relativ früh ein weiteres Scheitern voraus./DP/jha