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Presse: Unicredit nimmt Gebote für Fondsgesellschaft Pioneer an

Mittwoch, 07.09.2016 11:23 von

MAILAND (dpa-AFX) - Die italienische Großbank Unicredit forciert einem Pressebericht zufolge auf der Suche nach frischem Kapital den Verkauf von weiterem Tafelsilber. Das Institut suche einen Partner für die Fondsgesellschaft Pioneer und habe zehn internationale Finanzkonzerne um Gebote gebeten, schreibt die Zeitung "Il Messaggero" (Mittwochausgabe) ohne genaue Quellen zu nennen. Angesprochen seien etwa die französische Bank BNP Paribas (BNP Paribas Aktie), der Vermögensverwalter Blackrock sowie die Versicherer Generali und Axa (AXA Aktie). Mit Finanzinvestoren werde hingegen nicht gesprochen.

Unicredit will bis zum 20. September erste unverbindliche Gebote für eine Beteiligung einholen. Damit verbunden ist das Ziel, den Umfang der erwarteten Kapitalerhöhung zu begrenzen. Ebenfalls zum Verkauf steht die verbliebene Beteiligung an der polnischen Bank Pekao. Am 22. September will der Verwaltungsrat der Bank laut der Zeitung bei einem Treffen in München die Kapitalpläne des neuen Vorstandschef Jean Pierre Mustier prüfen.

Dass die Bank zu einer neuerlichen Kapitalerhöhung greifen wird, wird immer wahrscheinlicher. Am Dienstag sagte Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi in einem Fernsehinterview, dass er mit einem solchen Schritt rechne. Die Bank hatte beim jüngsten europäischen Stresstest als sechstschwächstes Institut abgeschnitten. Vor allem die faulen Kredite in der Bilanz belasten.

Unicredit-Aktien verloren am Mittwochvormittag rund 2,5 Prozent und waren damit schwächster Bankentitel in Europa. Analysten der italienischen Bank Mediobanca äußerten sich skeptisch zu den immer konkreteren Verkaufsplänen. Sie halten wenig davon, dass sich Unicredit von weiteren "Kronjuwelen" trennt und wünschen sich stattdessen eine umfangreiche Kapitalerhöhung./enl/mne/stb