Presse: Großaktionär Cevian sucht Käufer für ABB-Stromnetzsparte

Mittwoch, 28.09.2016 10:51 von

ZÜRICH (dpa-AFX) - Der zweitgrößte ABB-Aktionär Cevian ist einem Medienbericht zufolge auf der Suche nach Käufern für die Stromnetzsparte des Schweizer Industriekonzerns. Der Finanzinvestor ziele auf eine Abspaltung des Geschäfts, damit dieses dann in Teilen verkauft werde, berichtet die schwedische Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" am Mittwoch unter Berufung auf eine mit der Sache vertraute Person. Es gebe bereits verschiedene Bieter für die Spartenteile. Neben chinesischen und westlichen Konkurrenten wie etwa Siemens (Siemens Aktie) zählten auch Private-Equity-Firmen zu den Interessenten.

In letzter Zeit hatte Cevian auf eine Abspaltung des gesamten Stromnetz-Segments gedrängt. Cevian ist auch Aktionär beim Baudienstleister Bilfinger (Bilfinger Aktie), der sich jüngst von seiner profitablen Bau- und Gebäudedienstleistungssparte getrennt hatte. Ein ABB-Sprecher wollte sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern und verwies auf das Investorentreffen in der kommenden Woche. Das Management hatte angekündigt, die Stromnetz-Sparte zu überprüfen und über die Ergebnisse bei der Kapitalmarktveranstaltung am 4. Oktober zu berichten.

ABB hatte sich erst in der vergangenen Woche von einem kleinen Teil der Stromnetz-Sparte getrennt. Das Geschäft mit Hochspannungskabeln mit einem Jahresumsatz von 524 Millionen US-Dollar geht an den dänischen Stromkabel-Hersteller NKT Cables. Der Verkauf soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein. Aber auch nach diesem Teilverkauf will ABB offensichtlich am Großteil seiner Stromnetz-Sparte festhalten.

Eine strategische Überprüfung habe das Ergebnis gebracht, dass der Verbleib des Bereichs im Konzern Wert für die Aktionäre schaffe, hatte das "Manager Magazin" unter Berufung auf Unternehmenskreise erst jüngst berichtet. Statt die Stromnetztechnik abzuspalten, wolle ABB für die Sparte mit 11,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und 37 000 Beschäftigten ein Umbauprogramm starten. Damit würde das Management um ABB-Chef Ulrich Spiesshofer nicht dem Druck von Aktivisten um Großaktionär Cevian nachgeben./mne/nmu/stb