Piraten könnten Island erobern

Freitag, 28.10.2016 15:20 von

Wird Island zur Pirateninsel? Die Bürger vertrauen der Regierung nicht mehr. Bei den Parlamentswahlen liegen deshalb die Piraten Umfragen zufolge knapp vorn. Für die Partei wäre die Regierung in Reykjavík eine Premiere.

Wer auf einer abgelegenen Insel lebt, hat vielleicht mehr Mut zu Experimenten. Die Isländer haben das schon einmal bewiesen, als sie den Komiker Jón Gnarr 2010 zum Bürgermeister ihrer Hauptstadt Reykjavík machten. Jetzt sieht es so aus, als würden sich die Menschen in dem 330.000-Einwohner-Land politisch wieder etwas Neues trauen. Vor der vorgezogenen Parlamentswahl am Samstag (29. Oktober) liegt die Piratenpartei in Umfragen knapp vorn - und könnte zum ersten Mal überhaupt in einer Regierung mitmischen.

Dass die Isländer den politischen Institutionen in ihrem Land tief misstrauen, spielt den Piraten in die Karten. Nach Wirtschaftskrise und Banken-Crash 2008 hatten sie gerade erst ein winziges bisschen Vertrauen in ihre Politiker zurückgewonnen. Dann stürzten die „Panama Papers“ die Regierung in eine neue Krise. Der rechtsliberale Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson sollte nicht nur Millionen in einer Offshore-Firma versteckt haben, sondern auch auf der Gläubigerliste der Krisenbanken stehen. Die Isländer kochten vor Wut.

Auf dem Platz vor dem isländischen Parlament, einem quadratischen Fleck Rasen, um den sich Cafés reihen, protestierten sie den ganzen April: die Ärztin, der Taxifahrer, die Verkäuferin. Nie sind in Island mehr Menschen auf die Straße gegangen. An einem Tag kamen mehr als 20.000 mit Trommeln und Trillerpfeifen, schmissen Bananen und Eier auf das Gebäude, das für sie für alles Übel stand: eine korrupte Regierung, ein gebeuteltes Gesundheitssystem, den Stillstand in Sachen neue Verfassung. Noch so ein Experiment der Isländer.

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