Officefirst-Aktien waren Investoren zu teuer

Dienstag, 11.10.2016 11:40 von

Der Büroimmobilienkonzern Officefirst legt seine Börsenpläne auf Eis, eine kurzfristige Neuauflage der Pläne ist nicht ausgeschlossen. Die begleitenden Institute, unter anderem die Deutsche Bank (Deutsche Bank Aktie), waren gegen die Absage.

Der zweitgrößte Börsengang des Jahres ist abgesagt: Die Investoren, um die der Vorstand des Büroimmobilienkonzerns Officefirst eine Woche lang weltweit geworben hatte, waren nicht bereit, den geforderten Preis für die Aktien zu zahlen, wie Vorstandschef Michiel Jaski am Dienstag in Bonn einräumte.

Die Tochter der vor drei Jahren in die Pleite gerutschten IVG machte unter anderem den Abwärtstrend bei Immobilienaktien dafür verantwortlich. Der Aktienkurs des größten deutschen Konkurrenten Alstria hat binnen einer Woche mehr als fünf Prozent nachgegeben, der Index der größten europäischen Immobilienunternehmen um mehr als sechs Prozent. Die Erstnotiz war für Freitag geplant. Doch ist laut Finanzkreisen nicht ausgeschlossen, dass Officefirst seine Pläne kurzfristig wiederbelebt. „Wir stehen weiterhin zu einem Börsengang“, sagte ein Sprecher.

Mit bis zu 888 Millionen Euro wäre Officefirst der zweitgrößte Börsengang des Jahres in Deutschland gewesen, nach der RWE (RWE Vz Aktie) -Ökostromtochter Innogy. Das Unternehmen mit knapp 100 Büro- und Gewerbeimmobilien in ganz Deutschland wäre damit mit bis zu 1,8 Milliarden Euro bewertet worden. Den Investoren war das offenbar zu viel.

Auch nach gut einer Woche reichten die Zeichnungsaufträge nicht aus, um die Bücher wenigstens einmal zu füllen. Die Preisspanne von 21 bis 23 Euro sei zu ambitioniert gewesen, sagte ein Investmentbanker. Auf eine Senkung der Spanne wollten sich die IVG-Eigentümer – rund 30 Hedgefonds – aber nicht einlassen. Sie zogen am Montagabend die Reißleine, obwohl die begleitenden Banken empfahlen, noch zu warten. Organisiert wurde die Emission von den Investmentbanken Goldman Sachs (Goldman Sachs Aktie) und Deutsche Bank.

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