Ölpreise geben nach - Sorge vor Überangebot belastet

Dienstag, 20.09.2016 12:42 von

NEW YORK/LONDON/WIEN (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken. Jüngste Meldungen über hohe Ölexporte aus Saudi-Arabien hatten die Preise belastet, hieß es aus dem Handel. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November 45,71 US-Dollar. Das waren 24 Cent weniger als am Montag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im November fiel um 23 Cent auf 43,63 Dollar (Dollarkurs).

Am Ölmarkt kursieren Schätzungen, wonach Saudi-Arabien als eines der führenden Förderländer die Exporte zuletzt kräftig gesteigert hat. Rohstoffexperten der Commerzbank (Commerzbank Aktie) verwiesen auf Prognosen des Datenanbieters JODI. Demnach habe Saudi-Arabien seine Ölausfuhren im Juli im Monatsvergleich um gut 150 000 Barrel pro Tag auf 7,6 Millionen Barrel pro Tag gesteigert. Dies sei der höchste Wert seit Erhebung der Daten durch JODI im Jahr 2002. Seit geraumer Zeit werden die Ölpreise durch Sorgen vor einem anhaltend hohen Angebot auf dem Weltmarkt tendenziell belastet.

Vor dem Hintergrund des zu hohen Angebots bleibt das geplante informelle Treffen des Ölkartells Opec in der kommenden Woche in der algerischen Hauptstadt Algier das wichtigste Thema am Ölmarkt. Fachleute halten eine Vereinbarung zur Begrenzung der Ölförderung zwecks Preiskontrolle zwischen der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und anderen Produzenten wie Russland für unwahrscheinlich. "Die Ausgangspositionen für die Verhandlungen beim Treffen in Algier kommende Woche bleiben denkbar schwierig", kommentierten die Commerzbank-Experten.

Der Preis für Opec-Rohöl ist zuletzt erneut gestiegen. Das Sekretariat des Kartells meldete am Dienstag, dass der Korbpreis am Montag 42,09 US-Dollar je Barrel (159 Liter) betragen habe. Das waren 35 Cent mehr als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der 14 wichtigsten Sorten des Kartells./jkr/tos/fbr