Ölmarkt: OPEC muss ihre schwammige Politik aufgeben

Freitag, 23.09.2016 12:10 von

Frankfurt/ Stuttgart/ Singapur (Godmode-Trader.de) - Die Ölpreise legen am Freitag nach deutlichen Vortagesgewinnen wieder noch eine Schippe drauf. Nach schwachen Notierung zu Handelsbeginn erholten sich die Kurse. Am Mittag kostet ein Barrel der Nordseesorte Brent 47,80 US-Dollar. Das waren 0,60 Prozent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate steigt um 0,22 Prozent auf 46,20 US-Dollar.

In der kommenden Woche findet ein informelles Treffen zwischen OPEC- und Nicht-OPEC-Mitgliedern im Rahmen des International Energy Forums (IEF) in Algier statt. Das Thema „Supply-Freeze“ (Produktionsdeckelung) steht dort auf der Tagesordnung und wird im Fokus der Ölmärkte stehen. „Die PR-Maschine der OPEC läuft wie geschmiert“, konstatiert Frank Klumpp, Investmentanalyst bei der LBBW. Seit Jahresbeginn komme das Thema Förderbegrenzungen immer wieder auf die Agenda, ohne konkrete Maßnahmen folgen zu lassen. „Dies verhalf dem Ölpreis bisher stets zu zumindest temporären Preisanstiegen“, konstatiert der Experte im aktuellen Commodity Weekly.

Auch für Algier werde allgemein nur Rhetorik und keine konkreten Verständigungen erwartet. Spätestens am turnusmäßigen OPEC-Treffen am 30. November sollte es zum Schwur kommen, erwartet Klumpp. „Entweder man wird sich dann auf länderspezifische Fördermengen-Caps einigen, oder die PR-Maschine gerät allmählich ins Stottern, weil die Marktteilnehmer irgendwann Ergebnisse sehen wollen“. Neben einer formellen Einigung wäre dies auch die Einhaltung der Beschlüsse, was zumindest aus heutiger Sicht ebenfalls Fragezeichen hinsichtlich der Disziplin aufwerfen dürfte, so der Rohstoffexperte.