Ökonomen: Brexit wird britische Neuverschuldung stark erhöhen

Dienstag, 08.11.2016 18:22 von

LONDON (dpa-AFX) - Der Brexit könnte Großbritanniens Neuverschuldung in einigen Jahren nach Einschätzung von Ökonomen stärker erhöhen als zunächst angenommen. Laut einem am Dienstag veröffentlichten Bericht von Wirtschaftswissenschaftlern muss sich die Regierung in London 2019/2020 deutlich mehr Geld leihen als noch vor einem Jahr vorgesehen. Die Schuldenlast werde dann um zusätzliche 25 Milliarden Pfund (aktuell rund 28 Mrd Euro) steigen, heißt es in der Analyse des unabhängigen "Institute for Fiscal Studies".

Unterm Strich werde damit ein Defizit von 14,9 Milliarden Pfund stehen - anstelle des von Ex-Schatzkanzler George Osborne prognostizierten Überschusses von 10,4 Milliarden Pfund.

Grund für die Zusatzverschuldung seien ein langsameres Wirtschaftswachstum und um 31 Milliarden Pfund geringere Steuereinnahmen als in der zurückliegenden Haushaltsplanung vorgesehen. 6 Milliarden Pfund könnten die Briten dagegen sparen, wenn sie ihre Zahlungen in den EU-Haushalt bis dahin stoppen./hct/gra/DP/jha