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Ob VW sich den Umbau leisten kann, muss sich erst zeigen

Freitag, 18.11.2016 16:20 von

Sparen und sich gleichzeitig fit für die Zukunft machen – der „Zukunftspakt“ von VW hört sich gut an. Doch was in Wolfsburg Wunsch und letzter Ausweg ist, ist beim Erzrivalen Toyota längst Realität.

30.000 Stellen sollen bei VW wegfallen und der halbe Konzern soll schon in wenigen Jahren auf die Produktion von Elektroautos umgestellt werden. Gemessen an den besonderen Beharrungskräften in Wolfsburg – bedingt durch die einzigartige Macht-Konstellation von Eigentümerfamilien, Staatsbeteiligung und IG Metall – ist das eine Zäsur historischen Ausmaßes.

Die einst so unüberwindbar anmutenden Mauern der Wolfsburg zeigen gleich mehrere große Risse: Die Kosten und Imageschäden des Dieselskandals, die dauerhafte Ertragsschwäche der Marke VW, der Rückstand bei Zukunftsthemen wie E-Mobilität, neuen Dienstleistungen und Digitalisierung, dazu Absatzprobleme in USA, Südamerika, Russland und asiatischen Ländern.Der Manipulationsskandal ist also beileibe nicht die Ursache für den Abbau von rund fünf Prozent der insgesamt über 600.000 Stellen. Aber der Auslöser. „Das Auto“ bin ich, das war die Haltung in Wolfsburg, vom Vorstandschef bis zum Bandarbeiter. Erst der Skandal erdete das Unternehmen und lenkte die Blicke in die richtige Richtung.Nun soll der „Zukunftspakt“ zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Die Folgen des Skandals ausbügeln und den Konzern in die automobile Zukunft katapultieren. Zu früh freuen sollte sich aber niemand. Denn Personalabbau und radikale Konzernumstrukturierungen bergen – und das auch nur, wenn es richtig gemacht wird – lediglich auf lange Sicht Chancen. Erst einmal bringt das Um- und Abbauen Sand ins Getriebe, kostet Zeit, Geld, Nerven, vielleicht auch Kreativität oder Qualität. Ob sich die Marke VW, die nach Einschätzung ihres Chefs Herbert Diess für sich nicht überlebensfähig wäre, diese Jahre des Umbaus überhaupt leisten kann, muss sich erst noch zeigen.

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