Notenbank hebt trotz Erdogans Warnung Leitzins an

Donnerstag, 24.11.2016 15:00 von

Die türkische Notenbank hat erstmals seit Jahren den Leitzins erhöht. Dabei hatte Präsident Erdogan eindringlich vor diesem Schritt gewarnt. Der Kurs der Lira profitierte allerdings von der Zinsentscheidung.

Ungeachtet der Warnungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan vor einer Hochzinspolitik hat die Notenbank erstmals seit Jahren die Zügel gestrafft. Sie erhöhte den Schlüsselsatz für wöchentliche Refinanzierungsgeschäfte am Donnerstag um 0,5 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent.

Zudem hob sie den Leitzins für Übernachtkredite überraschend an – um 0,25 Punkte auf 8,5 Prozent. Zuletzt hatten die Währungshüter Anfang 2014 einen Schritt nach oben gewagt, als die Notenbank angesichts der Talfahrt der Lira zu einer Krisensitzung zusammenkam.

Nach der Zinsentscheidung erholte sich der Kurs der Lira etwas. „Die Schwäche der Währung hat die Notenbank jetzt auf den Plan gerufen“, sagte Ökonom William Jackson vom Analysehaus Capital Economics. Er verwies auf die Gefahr einer zunehmenden Abhängigkeit vom Ausland. Die Türkei importiert deutlich mehr Waren als sie exportiert, wodurch ihre internationalen Verbindlichkeiten ansteigen. Die Schwäche der Lira macht Einfuhren teurer – insbesondere Energie. Vor diesem Hintergrund würden die Währungshüter womöglich nachlegen, prognostizierte Jackson.

Die Landeswährung steht stark unter Druck. Dieses Jahr hat sie zum Dollar (Dollarkurs) bereits 14 Prozent verloren. Der harte Kurs von Präsident Erdogan gegen Regierungskritiker seit dem Putschversuch Mitte Juli verunsichert die Investoren. Hinzu kommt der Sieg von Donald Trump bei den US-Präsidentenwahl Anfang November. Anleger setzen nun auf einen Wirtschaftsboom und steigende Zinsen in den USA. Sie ziehen daher ihr Kapital aus Schwellenländern ab und investieren es in den Vereinigten Staaten.

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