Top-Thema

09:41 Uhr +2,03%
Aktien Frankfurt Eröffnung: Keine Panik - Gewinne nach Italien-​Referendum

Nord Stream - eine Bedrohung für Europas Solidarität?

Donnerstag, 03.11.2016 11:20 von

Seit fünf Jahren wird die umstrittene Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 ausgebaut. Noch mehr russisches Gas in Europa entrüstet vor allem die Polen und Balten. Sie warnen: Das Vorhaben gefährde Europas Zusammenhalt.

Die Gegner von Nord Stream 2 sind unermüdlich. Trotz der beginnenden Arbeiten hoffen sie, den Ausbau der Pipeline durch die Ostsee noch stoppen zu können. Die heftig umstrittene Röhre, durch die mehr russisches Gas nach Europa gepumpt werden soll, stößt vor allem in den östlichen EU-Ländern auf Kritik. Nord Stream 2 laufe politischen Grundsätzen der Europäischen Union zuwider, empören sich Polen und die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen.

„So kann keine effektive Energieunion entstehen“, mahnt der polnische Präsident Andrzej Duda. Mit dieser hatten die Mitgliedstaaten eigentlich Energieunabhängigkeit und Lieferanten-Wettbewerb fördern wollen. Durch die Erweiterung der Pipeline werde stattdessen aber Russlands Position als Energielieferant gestärkt. Die Abhängigkeit von Moskau sei eine Gefahr, warnen Polen und Balten.

Wenn mehr russisches Gas so über die Ostsee nach Europa gelangen kann, droht die Ukraine ihre Position als Transitland zu verlieren. Damit würden ihr Einnahmen und ein politisches Druckmittel gegen Russland abhandenkommen, das im Osten des Landes die Separatisten unterstützt. Bislang konnte Kiew Moskau damit drohen, die Durchleitung nach Westeuropa zu unterbrechen. Künftig könnte nun umgekehrt Moskau Kiew mit einem Lieferstopp erpressen.

Dass die Pipeline auf rein wirtschaftlichen Entscheidungen beruhen soll, nehmen Kritiker Moskau und auch Berlin nicht ab. Dortige Projektbefürworter behaupten, dank der Ostsee-Gasleitungen würde die krisengebeutelte Ukraine als Bedrohung für die Energiesicherheit Europas umschifft. Dem widerspricht Litauens Präsidentin Dalia Grybauskaite: „Nord Stream 1 und Nord Stream 2 sind für uns geopolitische Projekte.“

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.