Niemand will Twitter

Samstag, 15.10.2016 10:20 von

Die Verkaufsgerüchte um Twitter haben sich nach weniger als einem Monat zerschlagen. Auch SAP-Rivale Salesforce gab Twitter einen Korb. Die Aktie ist jetzt deutlich weniger wert als vor Beginn der Spekulationen.

Twitter ist nach wochenlangen Spekulationen über eine mögliche Übernahme wieder auf sich allein gestellt. Der SAP-Rivale Salesforce, der als letzter potenzieller Käufer für den schwächelnden Kurznachrichtendienst galt, winkte ab. „In diesem Fall sind wir ausgestiegen, es hat einfach nicht gepasst“, sagte Salesforce-Chef Marc Benioff der „Financial Times“. Der Verkaufsprozess sei damit so gut wie tot, schrieb die Zeitung unter Berufung auf das Umfeld der Twitter-Chefetage. Die Twitter-Aktie sackte daraufhin im US-Handel am Freitag um gut fünf Prozent ab, für das Salesforce-Papier ging es um über fünf Prozent aufwärts.

Der amerikanische Spezialist für Cloud-Software galt als einer der hartnäckigsten Interessenten für Twitter, das in einer Wachstumsflaute steckt und nicht aus den roten Zahlen herauskommt.

Zuletzt waren Medienberichten zufolge auch der Internet-Riese Google (Alphabet A Aktie) und der Unterhaltungskonzern Disney abgesprungen. Auch bei Salesforce sei das Interesse erkaltet, hatte es bereits vor einigen Tagen geheißen. Dennoch wurde auch berichtet, im Hintergrund liefen noch Gespräche. Mit der jetzigen Absage ist Salesforce das einzige Unternehmen, das sich bisher öffentlich zu den Verkaufsgerüchten um Twitter äußerte.

Die Twitter-Aktie war in den vergangenen Wochen durch die Spekulationen steil auf rund 25 Dollar (Dollarkurs) gestiegen, war aber schon nach Berichten über das Desinteresse der anderen mutmaßlichen Interessenten wieder zurückgefallen. Jetzt liegt der Kurs mit 16,88 deutlich unter dem vor Beginn der Gerüchte. Twitters Berater schauten sich zwar weiterhin nach möglichen Käufern um, schrieb die „Financial Times“. Salesforce sei aber der letzte verbliebene ernsthafte Interessent gewesen.

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