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Neue Wut und alte Hoffnung

Freitag, 04.11.2016 17:20 von

Ein Gerichtsurteil, das britischen Abgeordneten Einfluss beim EU-Austritt gibt, bringt Brexit-Wähler in Rage. Das andere Lager schöpft dagegen Hoffnung. Ein Stimmungsbild nach der Schicksalsentscheidung.

Der Himmel ist grau und von der Arbeit, die vor ihr liegt, ist noch viel übrig. Mehr als ein Dutzend Kartons stehen vor dem Eckladen im Londoner Stadtteil Hackney, die Gosia Voight noch auspacken muss. Sie summt dennoch vor sich hin und verbreitet gute Laune. „Es hat zuletzt keinen Spaß gemacht, hier zu leben“, sagt die Mittvierzigerin, die vor gut zehn Jahren aus Polen gekommen und mit einem Engländer verheiratet ist. Doch seit Donnerstag sei ihre Laune wieder besser. „Nach der Gerichtsentscheidung könnte mehr Vernunft in die Brexit-Debatte und in das Chaos hier reinkommen“, sagt sie.

Nur wenige Kilometer weiter östlich, im Londoner Stadtteil Dagenham. Glenn, eine 63-jährige Frau in Jeans und Fleecejacke, sitzt auf einer Bank in der Haupteinkaufsstraße. „Die Entscheidung des Gerichtes ist doch ein Witz“, ätzt sie und schiebt den Kinderwagen, in der ihre Enkeltochter schläft, vor und zurück. „Die Regierung macht nicht das, was das Volk wollte“, schimpft sie. Schließlich habe doch eine Mehrheit für den Austritt gestimmt, sie auch. Denn so ginge das einfach nicht mehr weiter – mit der Kriminalität im Lande, mit dem Müll, mit den Ausländern.

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