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RWE erwartet keine Milliarden- Entschädigungen wegen Atomausstiegs

Neue Stromautobahnen kosten deutlich mehr: 15 statt 7 Milliarden Euro

Donnerstag, 29.09.2016 16:39 von

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Die geplanten unterirdischen Stromautobahnen SüdLink und SüdOstLink kosten deutlich mehr als von Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) bislang vermutet. Der Chef des Netzbetreibers Tennet, Lex Hartman, sagte dem Bayerischen Rundfunk, für den Bau müsse insgesamt mit bis zu 15 Milliarden Euro gerechnet werden. Aigner hatte am Dienstag bei der Kommentierung der Tennet-Vorschläge von sechs bis sieben Milliarden Euro gesprochen.

Am Donnerstag hieß es von Aigners Sprecherin, die genannte Summe ergebe sich aus einer groben Schätzung nur für die bayerischen Stränge, also nicht für die kompletten Leitungen von Norddeutschland nach Bayern beziehungsweise Baden-Württemberg. Die Tennet-Schätzung basiere auch auf Erfahrungen anderer Erdkabelprojekte sowie Kosten für Querungen von Infrastrukturen, für Planung und Genehmigungsverfahren sowie Entschädigung der Grundbesitzer. Dagegen habe das Wirtschaftsministerium ausschließlich die Kosten für den Bau berechnet - auf der Grundlage der im Netzentwicklungsplan angenommenen Länge und überblicksartigen Leitungskosten je Kilometer.

"Dieses Chaos schon zu Beginn dieser unsinnigen Trassenplanung zeigt, wie dieses Projekt enden wird", sagte Freie-Wähler-Parteichef Hubert Aiwanger. Auch die 15-Milliarden-Schätzung von Tennet werde bei weitem nicht reichen. "Es ist geradezu kriminell, die Öffentlichkeit und den Stromkunden in ein solches Fiasko zu stürzen."/had/DP/tos