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Negativzinsen in der Schweiz in der Kritik

Dienstag, 13.09.2016 17:40 von

Die Zinsen in der Schweiz sind mit minus 0,75 Prozent so tief wie nirgendwo sonst. Damit soll die Frankenaufwertung gebremst und die Wirtschaft angekurbelt werden. Banken könnten die Strafzinsen an Sparer weiterreichen.

In der Schweiz gerät die Zentralbank trotz der traditionellen Zurückhaltung der Eidgenossen immer stärker in die Kritik. Zuletzt mehrten sich die Stimmen von Wirtschaftsakteuren und Politikern, die ihre umstrittene Geldpolitik anprangern: Ex-UBS-Chef Oswald Grübel tat dabei ebenso seinen Unmut kund wie der Wortführer der stimmenstärksten Partei SVP, Christoph Blocher.

Das sind ungewöhnliche Töne in einem Land, in dem laute Kritik in der Öffentlichkeit eigentlich verpönt ist. Stein des Anstoßes sind die Negativzinsen, die in der Schweiz mit minus 0,75 Prozent so tief sind, wie nirgendwo sonst auf der Welt. Die Schweizerische Nationalbank (SNB), die am Donnerstag zur Zinssitzung zusammenkommt, hat sie vor anderthalb Jahren eingeführt.

Damit soll die für Exporteure schädliche Frankenaufwertung gebremst und die Wirtschaft angekurbelt werden. Doch nun wächst der Druck auf die SNB, dieses Kriseninstrument zu überdenken: Denn Pensionskassen und Versicherungen haben angesichts der tiefen Zinsen Probleme, die versprochenen Erträge zu erzielen.

Nach Angaben der Credit Suisse werfen gut zwei Drittel aller investitionswürdigen Franken-Anleihen (Investmentgrade) eine negative Rendite ab. Und Banken drohen verstärkt damit, die Strafzinsen an Sparer weiterzureichen, sollte die Notenbank diese noch lange auf dem Rekordtief halten oder weiter senken. Damit sind sie kein abstraktes Phänomen mehr, sondern kommen zunehmend beim Bürger an.

„Als Folge davon wird der politische Druck gegen die Negativzinsen und damit auf die SNB steigen“, schrieb der Anlagechef der St. Galler Kantonalbank, Thomas Stucki. Er war früher in der gleichen Funktion bei der SNB tätig. Was also tun? Steht die Notenbank vor einem Kurswechsel?

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