Musterkläger aus Telekom-Prozess gestorben - Verfahren geht weiter

Donnerstag, 13.10.2016 14:59 von

FRANKFURT (dpa-AFX) - Kurz vor der nächsten Runde des millionenschweren Anlegerschutzprozesses gegen die Deutsche Telekom (Deutsche Telekom Aktie) ist der vom Gericht bestimmte Musterkläger gestorben. Das bestätigte am Donnerstag die Anwaltskanzlei Tilp in Kirchtellinsfurt bei Tübingen der Deutschen Presse-Agentur. Der Mann ist demnach in diesem Jahr gestorben, ohne eine rechtskräftige Entscheidung zu seiner Klage erlebt zu haben. Der Prozess soll davon unberührt am 27. Oktober vor dem Oberlandesgericht Frankfurt in Teilen erneut aufgerollt werden, teilten Kanzlei und Gericht auf Anfrage mit.

Der Musterkläger war in der Prozessserie nie öffentlich aufgetreten. Der Rentner aus Schwaben hatte beim dritten Börsengang der Telekom im Jahr 2000 rund 1,2 Millionen Euro verloren. Der Bundesgerichtshof stellte 2014 höchstrichterlich einen schwerwiegenden Fehler im Verkaufsprospekt fest. Ob die Telekom tatsächlich knapp 80 Millionen Euro Schadenersatz an die rund 16 000 teils hochbetagten Kleinaktionäre zahlen muss, soll nun das Oberlandesgericht Frankfurt entscheiden. Bislang lehnt der Konzern jede Zahlung ab. (Az.: 23 Kap 1/06)/ceb/DP/stb