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Morphosys-Partner Janssen kommt Zulassung für wichtiges Medikament näher

Sonntag, 02.10.2016 14:15 von

MARTINSRIED (dpa-AFX) - Gute Nachrichte für das zuletzt mit einigen Problemen kämpfende Biotechnologieunternehmen Morphosys: Der Lizenznehmer Janssen hat für den Wirkstoff Guselkumab, der mit Hilfe einer Datenbank von Morphosys (MorphoSys Aktie) entwickelt wurde, wie von Experten erhofft am Samstag positive Ergebnisse einer Phase-3-Studie veröffentlicht. Damit winkt Janssen die Zulassung für das Schuppenflechte-Medikament und Morphosys Geld für die Fortschritte in der Entwicklung in Form einer sogenannten Meilensteinzahlung.

Analysten hatten zuletzt bereits auf gute Nachrichten zu Guselkumab von Janssen, der Pharmatochter des US-Konzerns Johnson & Johnson (Johnson & Johnson Aktie) gesetzt. So hatte Commerzbank-Experte Daniell Wendorff erst in der vergangenen Woche geschrieben, dass positive Daten zu dem Wirkstoff den Aktienkurs von Morphosys deutlich antreiben könnten. Der Börsenwert des deutschen Unternehmens hatte zuletzt deutlich unter den Problemen bei einigen Partnerprogrammen gelitten.

Der Aktienkurs fiel im bisherigen Jahresverlauf um 35 Prozent auf 37,225 Euro. Das Papier ist damit der zweitschwächste Wert im TecDax. Der Großteil der Experten halten dies für überzogen. So empfehlen derzeit acht der zwölf von Bloomberg erfassten Analysten die Aktie zum Kauf - das durchschnittliche Kursziel liegt bei etwas über 60 Euro. Das wäre aber immer noch deutlich weniger als das Mehrjahreshoch von 88,50 Euro aus dem Jahr 2014.

Zuletzt hatte Morphosys Rückschläge bei seinen Partnerprogrammen erlitten. Bei diesen entwickeln Pharmakonzerne Medikamente auf Basis von Antikörper-Datenbanken des Martinsrieder Unternehmens. Dafür bezahlen sie teilweise feste Vergütungen - der größte Teil des Geldes fließt aber über erfolgsabhängige sogenannte Meilensteinzahlungen.

Um unabhängiger von dem Erfolg von Partnerprogrammen zu werden, setzt Morphosys seit einiger Zeit stärker auf die Entwicklung von eigenen Medikamenten. Dies ist teurer, bringt aber auch höhere Gewinnchancen mit sich als Kooperationen mit großen Pharmaunternehmen. In diesem Jahr wird es aber wegen der Investitionen ein dickes Minus und einen Umsatzeinbruch geben.

Leisten kann sich Morphosys das dank Mitteln aus einer Kapitalerhöhung. "Wir sind überzeugt, dass wir unsere solide finanzielle Basis am besten nutzen, indem wir in vielversprechende Entwicklungskandidaten investieren", hatte Finanzvorstand Jens Holstein im Sommer gesagt. Vorne stehen dabei zwei Blutkrebsmedikamente-Kandidaten (MOR202 und MOR208). Einer davon könnte im kommenden Jahr in eine zulassungsrelevante Studie überführt werden./zb/he