Morphosys kann sich teure Neuaufstellung weiter leisten - Prognose bestätigt

Montag, 07.11.2016 08:06 von

MARTINSRIED (dpa-AFX) - Das Biotechnologie-Unternehmen Morphosys (MorphoSys Aktie) liegt nach einem soliden dritten Quartal weiter auf Kurs zu seinen Jahreszielen. Das Management bestätigte erwartungsgemäß seine Prognosen und sieht sich trotz der kapitalzehrenden Entwicklung von eigenen Medikamenten finanziell weiter gut gerüstet, um die Neuausrichtung des Unternehmens voranzutreiben. Ende September verfügte das im TecDax notierte Unternehmen den eigenen Angaben vom Montag zufolge über liquide Mittel von 267 Millionen Euro und damit knapp fünf Prozent weniger als drei Monate davor.

Die Liquiditätskennziffer ist für Morphosys derzeit besonders wichtig, da das Unternehmen versucht, mit selbst vermarkteten Mitteln unabhängiger vom Erfolg von Partnerprogrammen zu werden. Bislang erlöst Morphosys sein Geld damit, dass es in Partnerschaft mit großen Pharmakonzernen Antikörper entwickelte und für die darauf bezogenen Medikamenten-Entwicklungen sogenannte Meilensteinzahlungen und Forschungsgelder bezog.

Da es einige Probleme bei Partnerprogrammen gegeben hatte und die Entwicklung von eigenen Medikamtenten teuer ist, gab der Börsenwert des Unternehmens in den vergangenen Jahren deutlich nach. Seit Ende 2014 fiel der Aktienkurs um rund 55 Prozent auf 38,77 Euro. Aber zumindest konnte sich die Aktie nach einigen wieder positiveren Nachrichten in den vergangenen Wochen etwas von ihrem Mehrjahrestief im Sommer von 32,90 Euro lösen.

Da die für die ersten neun Monate vorgelegten Zahlen im Rahmen der Analystenerwartungen ausgefallen sind und auch die Prognose bestätigt wurde, sehen Händler nach Bekanntgabe der Bilanzdaten erst einmal keine Impulse für das Papier. Der Umsatz fiel um 61 Prozent auf 36,7 Millionen Euro - im Vorjahr hatte Morphosys allerdings noch von einer Einmalzahlung für die Beendigung eines Partnerprogramms profitiert. Bereinigt um diesen Effekt wäre der Erlös um fünf Prozent gestiegen.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei ein Verlust von 32,3 Millionen Euro angefallen - hier hatte vor einem Jahr wegen der Einmalzahlung noch ein Plus von knapp 35 Millionen Euro gestanden. Bereinigt um den Sondereffekt wäre das operative Minus wegen der höheren Forschungs- und Entwicklungskosten um rund ein Drittel höher ausgefallen. Im laufenden Jahr rechnet Morphosys weiter mit einem Umsatz zwischen von 47 und 52 Millionen Euro sowie einem Ebit-Verlust von 58 bis 68 Millionen Euro./zb/stb