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MORNING BRIEFING - USA/Asien

Montag, 28.11.2016 08:04 von

DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:

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+++++ TAGESTHEMA I +++++

Die seit langem geplante Handelsverbindung zwischen Hongkong und Shenzhen wird am 5. Dezember eingerichtet. Damit werden die Aktien von mehr als 800 der am schnellsten wachsenden chinesischen Unternehmen auch für ausländische Investoren verfügbar. Der Start der Handelsverbindung, die die Börsenaufsichten von China und Hongkong am Freitag ankündigten, ermöglicht Investoren außerhalb Chinas über Hongkong an der Börse von Shenzhen zu investieren. Umgekehrt können Investoren aus dem chinesischen Festland in in Hongkong notierte Papiere investieren, auch zum ersten Mal in kleine Unternehmen. Die Börsen Hongkong und Schanghai hatten bereits Ende 2014 eine ähnliche Handelsverbindung eingerichtet.

+++++ TAGESTHEMA II +++++

Die Ankündigung Saudi Arabiens, sich vor dem Opec-Gipfel am Mittwoch in Wien nicht mit Russland und anderen Ölförderern außerhalb der Opec zu treffen, sorgt für starken Druck auf die Ölpreise. Dieser begann bereits am Freitagabend und setzte sich anfangs in Asien am Montag noch fort, ehe eine moderate Erholung einsetzte. Saudi Arabien, der weltgrößte Ölexporteur und de facto Führer der Opec, wollte sich eigentlich mit nicht zur Opec gehörenden Produzenten einschließlich Russland treffen. Am Freitag hatte Saudi Arabien aber erklärte, das Land werde dem Treffen fern bleiben, bis es "innerhalb der Opec eine klare Entscheidung" zu den geplanten Förderkürzungen gebe.

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX                     Stand   +/- % 
S&P-500-Future         2.205,00  -0,28 % 
Nikkei-225            18.356,89  -0,13 % 
Hang-Seng-Index       22.936,80  +0,94 % 
Kospi                  1.978,13  +0,19 % 
Schanghai-Composite    3.282,63  +0,63 % 
S&P/ASX-200            5.464,40  -0,79 % 
 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Dollar- und Ölpreisschwäche liefern die beherrschenden Themen an den Aktienmärkten. Während der gesunkene Ölpreis die rohstofflastige Börse in Australien belastet, beendete der Nikkei-225 den Handel tiefer - belastet von einem anziehenden Yen. An den meisten Aktienhandelsplätzen überwiegen jedoch die positiven Vorzeichen, weil der auf breiter Front nachgebende US-Dollar die Furcht vor einem massiven Kapitalabzug aus den Schwellenländern der Region zumindest vorübergehend abschwächt und die Börsen somit stützt. Die seit langem geplante Handelsverbindung zwischen Hongkong und Shenzhen wird nun am 5. Dezember eingerichtet. Dieser nun genannte Termin stützt beide Börsen. Am Devisenmarkt legt der südkoreanische Won um 0,5 Prozent zum Greenback zu, der Singapur-Dollar um 0,4 Prozent. Den größten Gewinner unter der Währungen der Region stellt jedoch der japanische Yen, der rund 1 Prozent aufwertet. Im Handel wird zur Begründung für die Dollarschwäche auf die anstehende Überprüfung der Wahlergebnisse in drei entscheidenden US-Bundesstaaten verwiesen. Der fallende Dollar gepaart mit einer steigenden Verunsicherung treibt den Goldpreis. Anders als bei Gold fallen die Ölpreise. Denn die Erwartung einer Verständigung auf eine Förderbegrenzung zwischen Mitgliedern der Opec mit Nichtmitgliedern hat einen herben Dämpfer erfahren: Laut Opec-Offiziellen werden die Vertreter Saudi-Arabiens am Montag nicht an einem Treffen mit Russland teilnehmen. Unter den Einzelwerten stehen Exportwerte in Tokio wie Toyota Motor angesichts der Yen-Stärke unter Druck. In Sydney stiegen Tabcorp gegen den Markttrend um 1,9 Prozent. Laut Daily Telegraph will Ladbrokes für die Australier bieten.

US-NACHBÖRSE

Im Blick standen Einzelhandelswerte wegen des "Black Fridays". Der Tag nach dem US-Entedankfest liefert den inoffiziellen Startschuss für die Weihnachtseinkäufe von Millionen US-Amerikanern. Die Tag gilt als der umsatzstärkste des ganzen Jahres. Macy's und J.C. Penney entwickelten sich uneinheitlich, Macy's sanken um 0,3 Prozent und J.C. Penney legten um 0,2 Prozent zu. Wal-Mart stagnierten ebenso wie Amazon.

WALL STREET

INDEX            zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA           19.152,14       0,36         68,96           9,91 
S&P-500         2.213,35       0,39          8,63           8,29 
Nasdaq-Comp.    5.398,92       0,34         18,24           7,82 
Nasdaq-100      4.870,02       0,33         16,15           6,03 
 
                                             Vortag 
Umsatz NYSE (Aktien) 409 Mio (verk. Handel)  830 Mio 
Gewinner             1.895                   1.517 
Verlierer            1.039                   1.478 
Unverändert            124                     122 

Etwas fester - Der Aufwärtstrend seit dem Wahlsieg von Donald Trump ist weiter intakt. Die Anleger setzten weiter auf Konjunkturstimuli und Steuersenkungen unter dem neuen Präsidenten, hieß es. Die Wall Street beendete bereits die dritte Börsenwoche in Folge im Plus. Ein positiver Impuls kam von einem gut ausgefallenen Einkaufsmanagerindex im Dienstleistungsgewerbe. Der Dow kletterte zum Handelsende auf den neuen Rekordwert von 19.152 Punkten. "Der Freitag nach Thanksgiving ist üblicherweise ein freundlicher Börsentag, weil die meisten Anleger, die vor dem verlängerten Wochenende verkaufen wollen, das schon im früheren Wochenverlauf tun und nur noch die Schnäppchenjäger zurückbleiben", sagte Chefanalyst Wayne Kaufman von Phoenix Financial Services. Favorisiert wurden Aktien aus defensiven Sektoren wie Versorger und Massenkonsumgüter. Tagesverlierer waren Aktien aus dem Ölsektor, weil die Ölpreise starke Verluste verzeichneten. Der S&P-500-Energieindex gab um 0,3 Prozent nach. Johnson & Johnson legten um 0,9 Prozent zu. Der US-Pharma- und Konsumgüterkonzern ist an einer Übernahme des schweizerischen Bio-Pharmaunternehmens Actelion interessiert. Für die Deere-Aktie ging es um weitere 1,7 Prozent nach oben, gestützt von Analystenlob in Reaktion auf die Quartalszahlen zur Wochenmitte.

TREASURYS

Am Anleihemarkt stiegen die Renditen leicht, die Zehnjahresrendite lag im späten Handel bei 2,35 Prozent. Angesichts der Risikoneigung der Akteure waren die als sicherer Hafen geltenden Anleihen kaum gesucht.

DEVISEN

DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Fr, 10:09 Uhr   % YTD 
EUR/USD   1,0646  +0,5 %   1,0597         1,0607   -2,0 % 
EUR/JPY   119,27  -0,3 %   119,59         119,72   -6,5 % 
EUR/GBP   0,8517  +0,2 %   0,8498         0,8527  +15,7 % 
GBP/USD   1,2501  +0,2 %   1,2471         1,2439  -15,2 % 
USD/JPY   112,03  -0,7 %   112,85         112,87   -4,6 % 
USD/KRW  1175,77     0 %  1175,77        1176,46   -0,0 % 
USD/CNY   6,9198     0 %   6,9198         6,9174   +6,6 % 
USD/CNH   6,9235  -0,3 %   6,9471         6,9452   +5,4 % 
USD/HKD   7,7557  -0,0 %   7,7561         7,7560   +0,1 % 
AUD/USD   0,7478  +0,5 %   0,7441         0,7451   +2,7 % 
 
 

Der Dollar gab nach seiner Rally etwas nach, gedrückt von Gewinnmitnahmen. Der Euro verteuerte sich in der Spitze auf 1,0620 Dollar und kostete damit 1 Cent mehr als am Vortag im Tagestief. Auch zum Yen gab der Greenback nach. Übergeordnet rechnen Marktexperten aber mit einem weiter steigenden Dollar wegen der Erwartung anziehender US-Zinsen, zum Wochenausklang genährt vom guten Einkaufsmanagerindex im US-Dienstleistungssektor.

++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         46,04      46,06  -0,0 %    -0,02   +4,1 % 
Brent/ICE         47,24      47,24     0 %     0,00   +3,9 % 
 
 

Bei den volatilen Ölpreisen ging es steil abwärts. Hier machte sich zunehmend Nervosität breit vor dem mit Spannung erwarteten 30. November, wenn sich die Opec-Staaten in Wien treffen, um eine Einigung auf Förderkürzungen zu finden. Gespräche gab es bislang viele, einen Durchbruch aber noch nicht. Die Experten der UBS sagen für den Fall, dass sich die Opec-Staaten nicht auf eine Drosselung einigen, Ölpreise von unter 40 Dollar voraus. Brentöl verbilligte sich um 2,8 Prozent auf 47,64 Dollar.

METALLE

METALLE         zuletzt     Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.192,41   1.183,63  +0,7 %    +8,78  +12,4 % 
Silber (Spot)     16,79      16,53  +1,6 %    +0,26  +21,5 % 
Platin (Spot)    918,90     908,00  +1,2 %   +10,90   +3,1 % 
Kupfer-Future      2,73       2,67  +2,5 %    +0,07  +26,9 % 
 
 

Mit dem schwächelnden Dollar begründeten Marktbeobachter die phasenweise Erholung beim Goldpreis. Die Feinunze machte Verluste aus dem asiatischen Geschäft im Tagesverlauf zunächst wett, neigte aber dann doch wieder zur Schwäche. Am Ende lag der Preis kaum verändert bei knapp 1.183 Dollar. Das zinslos gehaltene Gold leidet weiter unter der Erwartung steigender US-Zinsen.

+++++ MELDUNGEN SEIT FREITAG 20.00 UHR +++++

US-INNENPOLITIK

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat die Rechtmäßigkeit der Präsidentschaftswahl in Frage gestellt. Millionen von Menschen hätten bei der Wahl Anfang November "illegal" ihre Stimme abgegeben, behauptete der Rechtspopulist. In einer weiteren Twitter-Nachricht sprach er von "ernsthaftem Wahlbetrug" in den Bundesstaaten Virginia, New Hampshire und Kalifornien, die seine Gegnerin Hillary Clinton gewonnen hatte.

Nach einer entsprechenden Initiative der Grünen-Kandidatin Jill Stein will sich das Team der unterlegenen demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton an der Neuauszählung von Stimmzetteln beteiligen. Wenn außer im Bundesstaat Wisconsin auch in Pennsylvania und Michigan nachgezählt werde, seien sie auch dort mit dabei, erklärte ein Anwalt von Clintons Team. Der designierte US-Präsident Donald Trump kritisierte die Initiative als Missachtung des Wählerwillens.

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

November 28, 2016 02:04 ET (07:04 GMT)

Der künftige US-Präsident Donald Trump hat eine erfahrene Sicherheitspolitikerin zur Stellvertreterin seines künftigen Nationalen Sicherheitsberaters Michael Flynn ernannt. Die 65 Jahre alte Kathleen Troia McFarland verfüge über eine "enorme Erfahrung und ein angeborenes Talent", teilte Trump.

INNENPOLITIK SÜDKOREA

In Seoul sind erneut mehrere hunderttausend Südkoreaner auf die Straße gegangen und haben den Rücktritt der umstrittenen Staatspräsidentin Park Geun Hye gefordert.

INNENPOLITIK KUBA

Der kubanische Revolutionsführer und frühere Staatschef Fidel Castro ist tot.

BÜRGERKRIEG SYRIEN

Die syrischen Regierungstruppen sind nach Angaben von Staatsmedien bei der Rückeroberung des von Rebellen gehaltenen Ostteils von Aleppo einen großen Schritt vorangekommen. Sie nahmen demnach das größte Rebellenviertel Masaken Hanano vollständig ein.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/gos/flf

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