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MORNING BRIEFING - USA/Asien

Dienstag, 18.10.2016 08:05 von

DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Der Streamingdienst Netflix hat mit seinem Quartalsbericht die Sorgen der Investoren zerstreut, dass es nach der jüngsten Preiserhöhung mit dem Wachstum bald vorbei sein könnte. Der Videoanbieter gewann im dritten Quartal 3,57 Millionen neue Kunden. Angekündigt hatte Netflix nur 2,3 Millionen Zugänge, nachdem das US-Unternehmen im Vorquartal das langsamste Wachstum seit zwei Jahren verzeichnet hatte. Das Unternehmen berichtete, einerseits hätten Serien wie das lateinamerikanische Drogen-Drama "Narcos" die Nutzerzahlen beflügelt. Gut sei aber auch angekommen, dass Nutzer beispielsweise in Polen oder der Türkei nun in lokalen Währungen zahlen können und die Navigation der App in der jeweiligen Landessprache stattfinde. Dies will Netflix nun auch in weiteren Ländern so handhaben. Netflix kündigte an, seine Serien auch anderen Diensten gegen Lizenzzahlungen anzubieten, etwa in China. Ende September hatte das Unternehmen insgesamt 83,3 Millionen Kunden. Die bescherten Netflix einen Gewinn von 51,5 Millionen US-Dollar bzw 12 Cent je Aktie, nachdem es im Vorjahreszeitraum nur 29,4 Millionen Dollar waren. Der Umsatz kletterte von 1,7 auf 2,3 Milliarden Dollar. Damit übertraf Netflix die Schätzungen der Analysten. Für das laufende Quartal kündigte Netflix einen Gewinn je Aktie von 13 Cent an. Analysten trauten dem Unternehmen bislang lediglich 7 Cent zu.

+++++ AUSBLICK UNTERNEHMEN ++++++

In den USA veröffentlichen u.a. folgende Unternehmen Geschäftszahlen

11:55 Unitedhealth Group Inc, Ergebnis 3Q

12:45 Johnson & Johnson, Ergebnis 3Q

13:00 Philip Morris International Inc, Ergebnis 3Q

13:35 Goldman Sachs Group Inc, Ergebnis 3Q

22:04 Intel Corp, Ergebnis 3Q

22:05 Yahoo! Inc, Ergebnis 3Q

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

-US 
    14:30 Verbraucherpreise September 
          PROGNOSE: +0,3 % gg Vm 
          zuvor:    +0,2 % gg Vm 
          Verbraucherpreise Kernrate 
          PROGNOSE: +0,2 % gg Vm 
          zuvor:    +0,3 % gg Vm 
 
 

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX                     Stand   +/- % 
S&P-500-Future         2.131,20  +0,38 % 
Nikkei-225            16.956,87  +0,34 % 
Hang-Seng-Index       23.374,97  +1,46 % 
Shanghai-Composite     3.074,37  +1,09 % 
S&P/ASX 200            5.410,80  +0,41 % 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Freundlich - Für Kaufstimmung sorgen an Zulauf gewinnende Spekulationen, dass es im Dezember womöglich doch noch nicht zu einer Zinserhöhung in den USA kommen wird. Marktteilnehmer verweisen dazu auf zuletzt nicht überzeugende US-Konjunkturdaten als Begründung, wie auch auf Kommentare von US-Notenbankern, die vielfach ein weiteres Abwarten implizieren. Am Devisenmarkt spiegelt sich das in Abgaben beim Dollar wider. Gestützt werden die Aktienkurse auch von sich wieder erholenden Ölpreisen. Erholt zeigen sich in Hongkong die am Montag stark gebeutelten Aktien der Betreiber von Spielkasinos. Sie waren in eine Art Sippenhaft genommen worden, nachdem Mitarbeiter des australischen Kasinobetreibers Crown Resorts im Zuge chinesischer Untersuchungen wegen Betrugsverdachts festgenommen worden waren. Während es für Crown in Sydney nach dem zweistelligen Minus um 1,3 Prozent wieder aufwärts geht, erholen sich in Hongkong MGM China Holdings um 4 Prozent, Galaxy Entertainment Group um 2,6 Prozent und Sands China um 1 Prozent. Beruhigt zeigt sich die Situation um die in Auslandswährung notierten B-Aktien an den chinesischen Festlandbörsen. Sie erholen sich in Schanghai um rund 1,5 Prozent, nachdem sie am Vortag aus Furcht vor einer plötzlichen stärkeren Yuan-Abwertung im späten Handel um über 6 Prozent abgestürzt waren. Das stützt auch die Stimmung für die A-Aktien.

US-NACHBÖRSE

Mit einer Kursexplosion haben Netflix auf die Vorlage des Quartalsberichts reagiert. Sie schossen um 19,6 Prozent nach oben (siehe Tagesthema). IBM verloren dagegen 2,9 Prozent (s.u.). Del Taco stiegen um 8,8 Prozent. Die Schnellrestaurantkette überzeugte sowohl beim flächenbereinigten Umsatz wie auch beim Gewinn. CF Industries litten unter einer schlechteren Bonitätsbewertung durch Standard & Poor's und gaben um 1,1 Prozent nach. Den angekündigten Rücktritt von Visa-Chef Charles Scharf quittierte der Markt mit einem Minus der Aktie von 1 Prozent.

WALL STREET

INDEX            zuletzt      +/- %      absolut      +/- % YTD 
DJIA           18.086,47      -0,29       -51,91           3,80 
S&P-500         2.126,50      -0,30        -6,48           4,04 
Nasdaq-Comp.    5.199,82      -0,28       -14,34           3,84 
Nasdaq-100      4.796,17      -0,26       -12,32           4,42 
 
                               Vortag 
Umsatz NYSE (Aktien) 706 Mio   808 Mio 
Gewinner             1.222     1.509 
Verlierer            1.807     1.497 
Unverändert             97       105 

Etwas leichter - Nachgebende Ölpreise, schwache Konjunkturdaten und die Aussicht auf höhere Zinsen führten die Indizes ins Minus. Im übrigen dominierte weiter die Zinsdebatte das Geschehen. Diesmal war es Fed-Vize Stanley Fischer, der die ultraniedrigen Zinsen als Problem für die Volkswirtschaft geißelte. Auch die Sorge um eine schwache Bilanzsaison habe belastet, hieß es, obwohl Bank of America gute Geschäftszahlen vorlegte. Die Aktie zeigte sich volatil und schloss 0,3 Prozent im Plus. Tesla Motors sanken um 1,3 Prozent, nachdem CEO Musk eine Produktvorstellung auf Mittwoch verschoben hatte. Der Chef von Caterpillar, Doug Oberhelman, geht im März des kommenden Jahres in den Ruhestand. Nachfolger in der Rolle des CEO soll schon ab Januar Jim Umpleby werden. Der Kurs gab um 0,4 Prozent nach. Hasbro überraschte mit starken Geschäftszahlen. Die Aktie stieg um 7,4 Prozent. Supervalu gewannen 5,8 Prozent. Der Supermarktbetreiber will Geschäftsbereiche für 1,4 Milliarden Dollar veräußern.

TREASURYS

Zehnjährige US-Staatsanleihen legten zu, die Rendite sank um 3 Basispunkte auf 1,76 Prozent. Teilnehmer sagten, nach dem zweiwöchigen Ausverkauf hätten Investoren die gestiegenen Renditen zum Einstieg genutzt.

DEVISEN

DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Mo, 9:32 % YTD 
EUR/USD   1,1007  +0,0 %   1,1002    1,0989   +1,4 % 
EUR/JPY   114,50  +0,2 %   114,29    114,29  -10,2 % 
EUR/GBP   0,9007  -0,2 %   0,9028    0,9020  +22,3 % 
GBP/USD   1,2222  +0,3 %   1,2186    1,2174  -17,1 % 
USD/JPY   104,07  +0,2 %   103,89    104,00  -11,4 % 
USD/KRW  1130,60  -0,5 %  1136,70   1139,89   -3,9 % 
USD/CNY   6,7399  +0,0 %   6,7375    6,7380   +3,8 % 
USD/CNH   6,7459  -0,0 %   6,7476    6,7475   +2,7 % 
USD/HKD   7,7584  -0,0 %   7,7587    7,7586   +0,1 % 
AUD/USD   0,7665  +0,4 %   0,7634    0,7594   +5,2 % 
 

Der Dollar kam nach seiner Freitagsrally etwas zurück, der Euro erholte sich im US-Handel auf knapp über 1,10 Dollar nach Wechselkursen um 1,0971 am Freitagabend. Die leichte Dollarschwäche auf breiter Front setzt sich am Dienstag in Asien fort. Die US-Währung leide nach ihren jüngsten Kursavancen unter Gewinnmitnahmen, so Händler.

++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

ROHOEL          zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         50,20      49,94  +0,5 %     0,26  +15,8 % 
Brent/ICE         51,77      51,52  +0,5 %     0,25  +15,9 % 
 

Das Fass WTI verbilligte sich um 0,8 Prozent auf 49,94 US-Dollar, Nordseeöl der Sorte Brent gab in gleichem Maß ab. Hier wirkte vom Freitag noch nach, dass die Zahl der aktiven Bohranlagen in den USA in der abgelaufenen Woche erneut gestiegen war. Zudem äußerten sich einige Analysten kritisch zur jüngsten Ölpreisrally. Im asiatischen Geschäft am Dienstag erholen sich die Preise wieder. Laut den Experten von Bernstein ist der Weltmarkt nicht in dem Maße überversorgt mit Öl, wie vielfach angenommen wird.

METALLE

METALLE         zuletzt     Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.258,16   1.255,30  +0,2 %    +2,86  +18,6 % 
Silber (Spot)     17,59      17,46  +0,7 %    +0,13  +27,3 % 
Platin (Spot)    943,00     937,50  +0,6 %    +5,50   +5,8 % 
Kupfer-Future      2,12       2,11  +0,5 %    +0,01   -1,8 % 
 

Der Goldpreis zog mit der leichten Dollarschwäche im US-Handel etwas an auf 1.255 nach Preisen um 1.251 zum Wochenschluss.

+++++ MELDUNGEN SEIT MONTAG, 20.00 UHR +++++

BRASILIEN

Tausende Brasilianer sind gegen die geplante Einfrierung der Staatsausgaben auf die Straße gegangen. Die Proteste richteten sich gegen ein Projekt von Präsident Michel Temer, um in der Verfassung festzuschreiben, dass die Staatsausgaben über 20 Jahre nicht mehr als die Inflation steigen dürfen.

FORD

kappt angesichts eines zunehmend trüben Automarktes in der Heimat die Produktion in einigen Werken.

IBM

hat im dritten Quartal bei Umsatz und Ergebnis unter dem Vorjahr gelegen. Die Erlöse fielen das 18. Quartal in Folge schwächer aus als im Vergleichsquartal. Diesmal belief sich der Rückgang auf 0,3 Prozent, der Umsatz erreichte somit 19,23 Milliarden Dollar. Das Ergebnis fiel um 3,2 Prozent, belastet vor allem durch das Segment Systems, zu dem Hardware und Betriebssystems-Software gehören. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 3,29 Dollar. Analysten hatten mit 3,23 Dollar gerechnet. Der Umsatz im Cloud-Geschäft wuchs um 2,4 Prozent auf 8,75 Milliarden Dollar.

PFIZER/JOHNSON & JOHNSON

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

October 18, 2016 02:05 ET (06:05 GMT)

will eine Kopie des umsatzträchtigen Rheumamittels Remicade noch im November auf den Markt bringen. Das Biosimilar mit dem Namen Inflectra soll mit einem Preisabschlag von 15 Prozent zum Listenpreis des Markenmedikaments verkauft werden. Der Ankündigung dürfte eine harter Streit vor Gerichten mit dem Rivalen Johnson & Johnson folgen. Das Unternehmen vertreibt Remicade seit Jahren und erzielt damit Milliardenerlöse.

UNITED CONTINENTAL

Der Umsatz ist im dritten Quartal auf 9,9 von 10,3 Milliarden US-Dollar gesunken. Der Gewinn fiel auf 965 Millionen oder 3,01 Dollar je Aktie. Bereinigt verdiente die Fluglinie 3,11 Dollar. Im Vorjahr waren es noch 4,8 Milliarden Dollar erzielt. Damals profitierte die Airline allerdings von einer Steuergutschrift über 3,2 Milliarden Dollar. Der Gewinn in den drei Monaten per Ende September lag über den Martkschätzungen, beim Umsatz erfüllte United die Erwartungen.

VISA

steht vor einem Chefwechsel. Charles Scharf, der seit vier Jahren das US-Kreditkartenunternehmen geleitet hat, wird den Posten aus privaten Gründen per Anfang Dezember räumen. Zum Nachfolger wurde Alfred Kelly ernannt, der bereits Boardmitglied ist. Zuvor war Kelly, der die meiste Zeit seiner Karriere in der Bankenbranche tätig war, unter anderem Präsident beim Rivalen American Express.

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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com 

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