MORNING BRIEFING - USA/Asien

Donnerstag, 22.09.2016 07:44 von

DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

DONNERSTAG: In Japan bleiben die Börsen wegen des Feiertages zum Herbstanfang geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Die US-Notenbank hat die erste Zinserhöhung in diesem Jahr weiter hinausgezögert. Zugleich signalisierten die Währungshüter aber, dass sie dieses Jahr noch einen Zinsschritt nach oben wagen wollen. Der Leitzins verharrte in der Spanne von 0,25 bis 0,50 Prozent. Ökonomen und Börsianer hatten mit diesem Beschluss mehrheitlich gerechnet, weil das Bild einer robusten US-Konjunktur zuletzt leichte Risse bekommen hatte. Über den genauen Zeitpunkt einer weiteren Zinserhöhung ließen die Währungshüter die Marktteilnehmer erneut im Ungewissen, doch scheint die Zahl derer zu wachsen, die noch vor Jahresende den nächsten Zinsschritt machen wollen. Die Entscheidung fiel mit drei Gegenstimmen: Esther George, Loretta Mester und Eric Rosengren votierten für eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte. Im Juli hatte nur George für eine sofortige Straffung gestimmt. Viele Experten rechnen damit, dass die Fed erst nachlegen wird, wenn die US-Präsidentschaftswahl gelaufen ist. Die erste Gelegenheit wäre im Dezember.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    14:30 Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche) 
          PROGNOSE: 260.000 
          zuvor:    260.000 
 
    16:00 Index der Frühindikatoren August 
          PROGNOSE:  0,0 % gg Vm 
          zuvor:    +0,4 % gg Vm 
 
    16:00 Verkauf bestehender Häuser August 
          PROGNOSE: +1,3 % gg Vm 
          zuvor:    -3,2 % gg Vm 
 
 

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX                   Stand   +/- % 
S&P-500-Future       2.154,50  -0,08 % 
Hang-Seng-Index     23.878,26  +0,88 % 
Shanghai-Composite   3.045,11  +0,64 % 
S&P/ASX 200          5.389,70  +0,94 % 
 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Mit Aufschlägen reagieren die Börsen in Asien am Donnerstag auf die Bestätigung des Zinsniveaus durch die US-Notenbank. Dazu kommen die weiter steigenden Ölpreise. Nach der Bank of Japan (BoJ) hat nun auch die Fed mit ihrer Bestätigung des Zinsniveaus den Erwartungen der Märkte entsprochen. Allerdings haben die Notenbanker um Janet Yellen am Vorabend Signale für eine Zinserhöhung im Dezember gesendet. Über den genauen Zeitpunkt einer weiteren Zinserhöhung ließen die US-Währungshüter die Marktteilnehmer zwar erneut im Ungewissen, doch scheint die Zahl derer zu wachsen, die noch vor Jahresende den nächsten Zinsschritt machen will. Immerhin drei Mitglieder des Offenmarktausschusses stimmten für eine Zinserhöhung. Aktuell wird ein Zinsschritt im Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von 59,3 Prozent eingepreist, einen Tick mehr als noch vor der Fed-Entscheidung. In China geht es für Immobilien- und Bauwerte kräftig hoch. Hauptgrund sind nach Ansicht von Nomura die zuletzt deutlich gestiegenen Preis für Immobilien- und Grundstücke. Die Analysten rechnen bei den größten Unternehmen aus dem Sektor mit einem zweistelligen Umsatzwachstum und einer Erhöhung der Dividende. Allerdings mahnen die Analysten auch zur Vorsicht. Die chinesischen Konsumenten würden derzeit mehr Kredite aufnehmen um Immobilien und Grundstücke zu kaufen, als Investitionen in andere Anlagen wie beispielsweise Aktien zu tätigen. Ein Kollaps des Immobilienmarktes könnte sehr weitreichende Folgen haben, heißt es. Für Jinke Properties und Sichuan Shuangma Cement geht es jeweils um das Tageslimit von 10 Prozent nach oben. Die Fluglinie Korean Air Lines, größter Aktionär bei Hanjin Shipping, greift der insolventen Reederei finanziell unter die Arme. Korean Air Lines schießt 54 Millionen US-Dollar zu, um die Lieferkette am Laufen zu halten. Der Aktienkurs von Hanjin Shipping reagiert mit einem Kurssprung auf die Nachricht.

US-NACHBÖRSE

Die Aktien von Bed, Bath & Beyond haben zur Wochenmitte im nachbörslichen Handel am Mittwoch trotz schwächer als erwarteter Quartalszahlen leicht zugelegt. Die Aktie des US-Einzelhändlers gab mit der Bekanntgabe der Zahlen zunächst um 2,1 Prozent nach, konnte sich im Anschluss aber wieder erholen und verzeichnete um 19.58 Uhr Ortszeit auf nasdaq.com ein Plus von 0,4 Prozent auf 43,30 Dollar. Das Unternehmen leidet seit längerem unter der verstärkten Zunahme des Online-Shoppings. Boeing verbesserten sich um 0,2 Prozent auf 130,78 Dollar. Die US-Regierung hat dem Flugzeugbauer und seinem Mitbewerber Airbus die Lieferung von Maschinen in den Iran erlaubt. Die Aktie von Jabil Circuit brach um 4,8 Prozent auf 22,60 Dollar ein. Das Unternehmen vermeldete für das letzte Quartal des Geschäftsjahres einen Gewinneinbruch um mehr als die Hälfte. Auch beim Umsatz wurde ein Rückgang verzeichnet, der allerdings nicht so stark ausfiel wie vom Markt befürchtet.

WALL STREET

INDEX            zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA           18.293,70       0,90        163,74           4,99 
S&P-500         2.163,12       1,09         23,36           5,83 
Nasdaq-Comp.    5.295,18       1,03         53,83           5,75 
Nasdaq-100      4.853,75       1,01         48,53           5,67 
 
                               Vortag 
Umsatz NYSE (Aktien) 896 Mio   760 Mio 
Gewinner             2.628     1.337 
Verlierer              420     1.676 
Unverändert             65       112 

Fester - Nach der Entscheidung der US-Notenbank war es zunächst zu einem nervösen Auf und Ab gekommen. Einerseits blieb der Leitzinssatz unverändert niedrig, andererseits wollten drei der zehn Mitglieder des Offenmarktausschusses bereits jetzt die Zinsen anheben. Letztlich setzte sich am Markt aber eine taubenhafte Lesart durch. Eine Rolle spielte dabei wohl auch, dass die Fed für die Jahre bis 2018 einen flacheren Zinspfad projiziert. Zudem gab es wohl vereinzelte Erwartungen, dass die Fed bereits jetzt an der Zinsschraube dreht. Im frühen Geschäft stand die Entscheidung der Bank of Japan (BoJ) im Blick. Sie hatte zur Erleichterung vieler Marktteilnehmer die Zinsen nicht noch tiefer in negatives Terrain gedrückt. Allerdings kündigte die BoJ eine Änderung ihres geldpolitischen Rahmens an, wozu ein Zielwert für die Zehnjahresrendite von rund 0 Prozent gehört. Die US-Finanzwerte profitierten leicht von der BoJ-Entscheidung. Im Dow verbesserten sich JP Morgan und Goldman Sachs um 0,6 bzw 0,3 Prozent. Eine um 8 Prozent erhöhte Quartalsdividende verhalf dem Kurs von Microsoft zu einem Anstieg um 1,7 Prozent. General Mills stand mit den vorbörslich veröffentlichten Geschäftszahlen im Fokus. Die Aktie legte 0,9 Prozent zu. Mit Enttäuschung wurden die Zahlen von Carmax aufgenommen. Die Aktie fiel um 2,1 Prozent. Die Quartalszahlen von Adobe haben wiederum überzeugt. Die Aktie sprang um 7 Prozent nach oben. Eine positive Empfehlung von JP Morgan verhalf Monsanto zu einem Plus von 1,4 Prozent. General Motors liegt oberhalb der Ziele eines Vierjahresplans, der bis 2018 insgesamt 5,5 Milliarden Dollar Einsparungen vorsieht. Die Aktie gewann 1,5 Prozent.

TREASURYS

Laufzeit       Kurs      Änderung     Rendite   Änderung in Bp 
10 Jahre       98 15/32    +5/32      1,668 %    -1,9 
30 Jahre       96 28/32   +21/32      2,401 %    -3,2 

Auch am Rentenmarkt setzten sich die Anleger durch, die auf die weiter ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank abheben. Die Rendite zehnjähriger Treasurys fiel um 2 Basispunkte auf 1,67 Prozent.

DEVISEN

DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Mi. 9.53 Uhr   % YTD 
EUR/USD   1,1200  +0,1 %   1,1191        1,1155   +3,1 % 
EUR/JPY   112,26  -0,1 %   112,39        113,48  -12,0 % 
EUR/GBP   0,8581  -0,0 %   0,8584        0,8591  +16,5 % 
GBP/USD   1,3052  +0,1 %   1,3039        1,2985  -11,5 % 
USD/JPY   100,23  -0,2 %   100,43        101,76  -14,6 % 
USD/KRW  1102,50  -0,2 %  1104,65       1116,28   -6,3 % 
USD/CNY   6,6689  -0,0 %   6,6721        6,6714   +2,7 % 
USD/CNH   6,6766  +0,1 %   6,6708        6,6804   +1,7 % 
USD/HKD   7,7559  +0,0 %   7,7554        7,7556   +0,1 % 
AUD/USD   0,7641  +0,1 %   0,7633        0,7586   +4,9 % 
 
 

Der Dollar gab gegen den Euro nach, der mit den Fed-Aussagen auf 1,1185 zulegte. Stärker waren die Bewegungen im Dollar-Yen-Paar, wo die japanische Währung bereits zuvor von den BoJ-Beschlüssen profitiert hatte. Für einen Dollar wurden nur noch rund 100,51 Yen gezahlt. Damit notierte der Dollar zur japanischen Währung auf dem niedrigsten Stand seit vier Wochen. Im Tageshoch kostete der Greenback 102,78 Yen.

++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

ROHOEL     zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex    45,79      45,34  +1,0 %     0,45  +5,7 % 
Brent/ICE    47,26      46,83  +0,9 %     0,43  +9,1 % 
 
 

Die Ölpreise setzten ihren Anstieg beschleunigt fort. Der Preis für ein Barrel Leichtöl der US-Sorte WTI stieg um 2,5 Prozent auf 45,16 Dollar. Neue Daten zu den Lagerbeständen in Amerika wiesen auf Wochenbasis für Rohöl und Benzin einen deutlichen Rückgang aus. Zuvor bereits hatten Spekulationen gestützt, dass sich die Ölländer doch noch auf eine Fördermengenbegrenzung einigen werden. Sie treffen sich in der kommenden Woche zu einer Konferenz in Algerien. Russlands ständiger Vertreter bei der Opec, Wladimir Woronkow, hat schon die Bereitschaft seines Landes signalisiert, die Fördermenge einzufrieren. Mit dem Fed-Beschluss und dem daraufhin fallenden Dollar bauten die Ölpreise ihre Gewinne noch aus. Im asiatischen Handel legten die Ölpreise weiter zu.

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

September 22, 2016 01:44 ET (05:44 GMT)

METALLE

METALLE         zuletzt    Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.333,48  1.335,16  -0,1 %    -1,67  +25,7 % 
Silber (Spot)     19,82     19,85  -0,2 %    -0,04  +43,4 % 
Platin (Spot)  1.053,50  1.052,00  +0,1 %    +1,50  +18,2 % 
Kupfer-Future      2,17      2,15  +0,8 %    +0,02   +0,5 % 
 
 

Der Goldpreis zog deutlicher an. Mit 1.333 Dollar kostete die Feinunze 18 Dollar mehr als im späten US-Handel am Dienstag. Sowohl der schwächere Dollar als auch die niedrigen US-Leitzinsen stützten das Edelmetall. Der Goldpreis konnte in Asien einen Großteil seiner Vortagesgewinne verteidigen und notierte weiterhin in der Nähe eines Dreiwochenhochs.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR +++++

HANJIN

Korean Air Lines, größter Aktionär bei Hanjin Shipping, greift der insolventen Reederei finanziell unter die Arme. Korean Air Lines schießt 54 Millionen US-Dollar zu, um die Lieferkette am Laufen zu halten.

SAMSUNG

hat bisher in den USA 250.000 Smartphones des Modells Galaxy Note 7 ausgetauscht. Der Apple-Rivale hatte vor ein paar Wochen die Brandgefahr beim Note 7 einräumen müssen.

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