MORNING BRIEFING - USA/Asien

Mittwoch, 21.09.2016 07:46 von

DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

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+++++ FEIERTAGSHINWEIS +++++

DONNERSTAG: In Japan bleiben die Börsen wegen des Feiertages zum Herbstanfang geschlossen.

+++++ TAGESTHEMA +++++

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins unverändert bei minus 0,10 Prozent gelassen, aber überraschend einen neuen geldpolitischen Handlungsrahmen angekündigt. Wie sie am Mittwochmorgen mitteilte, gehört dazu ein Zielwert für den Zehnjahreszins von rund 0 Prozent. Die BoJ sagte zu, ihre Wertpapierkäufe so lange fortzusetzen, bis die jährliche Inflationsrate 2 Prozent überschreitet. Damit formulierte sie ihr Inflationsziel noch aggressiver als bisher. Zugleich bestätigte sie ihr Vorhaben, jährlich japanische Staatsanleihen für 80 Billionen Yen zu kaufen, ETF für 6 Billionen Yen und Immobilienpapiere (J-REITs) für 90 Milliarden Yen. Die BoJ teilte ferner mit, dass sie ihre Geldpolitik weiter lockern könnte, indem sie die monetäre Basis stärker ausweitet. Die BoJ hatte bei ihrer vorigen Sitzung eine Prüfung ihrer geldpolitischen Handlungsmöglichkeiten angekündigt.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

- US 
    20:00 Fed, Ergebnis der FOMC-Sitzung, Projektionen zu 
          Zinsen, Wachstum, Inflation und Arbeitslosenquote; 
          20:30 PK mit Fed-Chefin Yellen, Washington 
          Fed-Funds-Zielsatz 
          PROGNOSE: 0,25 % bis 0,50 % 
          zuvor:    0,25 % bis 0,50 % 
 
 

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX                   Stand   +/- % 
S&P-500-Future       2.137,20  +0,29 % 
Nikkei-225          16.768,79  +1,68 % 
Hang-Seng-Index     23.672,34  +0,60 % 
Shanghai-Composite   3.026,84  +0,13 % 
S&P/ASX 200          5.344,70  +0,77 % 
 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins unverändert bei minus 0,10 Prozent gelassen, aber überraschend einen neuen geldpolitischen Handlungsrahmen angekündigt. Dies sorgt für einen kräftigen Anstieg des Nikkei-225, beflügelt von den Bankenwerten, und für deutlichen Druck auf den Yen. Am japanischen Anleihemarkt geht es in der Folge für die Notierungen nach unten. Die Bankenwerte in Tokio legen stark zu. Im Vorfeld geäußerte Sorgen, die BoJ könnte die Zinsen weiter in den negativen Bereich drücken, hat sich nicht bewahrheitet. Die Banken des Landes kritisieren die Negativzinsen scharf. Denn durch die Maßnahmen schwinden die Gewinne der Banken immer mehr. Dagegen zeigt sich der Schanghai-Composite wenig beeindruckt und notiert unverändert. Nun sind die Blicke auf die US-Notenbank gerichtet. Diese dürfte die erste Erhöhung der Zinsen in diesem Jahr weiter nach hinten verschieben.

US-NACHBÖRSE

Nach oben ging es am Dienstag im nachbörslichen Handel für die Microsoft-Aktie. Der US-Technologiekonzern erhöht seine Quartalsdividende und will Aktienrückkäufe vornehmen. Die Aktie verbesserte sich bis um 19.59 Uhr Ortszeit auf nasdaq.com um 1 Prozent auf 57,36 Dollar. Deutlich aufwärts ging es für die Fedex-Aktie. Der US-Konzern hat nach einem guten Quartal den Ausblick angehoben. Grund ist unter anderem das boomende Geschäft mit Online-Bestellungen. Die Aktie legte um 2,7 Prozent auf 167,01 Dollar zu. Beim Softwarekonzern Adobe ging es nachbörslich um 5,2 Prozent nach oben. Das Unternehmen hat den Gewinn im abgelaufenen Quartal stärker als erwartet gesteigert und ein weiteres Rekordquartal in Aussicht gestellt.

WALL STREET

 
INDEX            zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA           18.129,96       0,05          9,79           4,05 
S&P-500         2.139,76       0,03          0,64           4,69 
Nasdaq-Comp.    5.241,35       0,12          6,33           4,67 
Nasdaq-100      4.805,22       0,19          9,15           4,61 
 
                               Vortag 
Umsatz NYSE (Aktien) 760 Mio   780 Mio 
Gewinner             1.337     2.075 
Verlierer            1.676       970 
Unverändert            112       102 

Gut behauptet - Einen Tag vor den Zinsentscheidungen der Bank of Japan (BoJ) und der US-Notenbank hielten sich die Kursbewegungen in Grenzen. Dass sich die Anleger vor solch wichtigen Ereignissen zurückhielten, sei nicht ungewöhnlich, kommentierte Analyst Craig Erlam von Oanda das eher ruhige Geschäft. Beide Notenbanken hätten das Potenzial, hohe Volatilität an den Märkten hervorzurufen. Unter den Einzelwerten fielen Community Health Systems um 3,1 Prozent zurück. Der angeschlagene Klinikbetreiber stellt sich selbst zum Verkauf. Für Chesapeake Energy ging es um 3,7 Prozent nach unten. Investor Carl Icahn hat mitgeteilt, dass er die Hälfte seiner Chesapeake-Aktien verkauft hat. Gar nicht gut kam die Nachricht an, dass Seaworld Entertainment seinen Aktionären die Dividende streicht. Die Aktie fiel um 4,5 Prozent. Lennar fielen um 3,5 Prozent, obwohl das auf Bauunternehmen überraschend gute Quartalszahlen vorgelegt hat. Hier dürften schwache Immobilienmarktdaten den Kurs belastet haben. In der Branche gaben auch Pultegroup nach, und zwar um 2,9 Prozent. Fedex-Aktien gewannen 0,9 Prozent und profitierten davon, dass der Logistikdienstleister im kommenden Jahr die Gebühren erhöhen will. Eine Hochstufung auf "Overweight" durch Morgan Stanley verhalf Wells Fargo zu einem Plus von 1,2 Prozent. Allergan übernimmt den Lebertherapie-Spezialisten Tobira Therapetics für 1,7 Milliarden Dollar. Während Allergan um 2,7 Prozent nachgaben, versiebenfachte sich die Aktie des Kaufziels.

TREASURYS

Laufzeit       Kurs      Änderung     Rendite   Änderung in Bp 
10 Jahre       98 9/32     +3/32      1,687 %    -1,1 
30 Jahre       96 7/32    +10/32      2,429 %    -1,5 

Am US-Anleihemarkt gab es vor den Notenbankentscheidungen am Mittwoch leichtes Kaufinteresse. Die über lange Zeit gestiegenen Renditen lockten Investoren an, hieß es. Die Rendite zehnjähriger Treasurys gab um einen Basispunkt nach auf 1,69 Prozent.

DEVISEN

DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Di. 9.55 Uhr   % YTD 
EUR/USD   1,1133  -0,2 %   1,1156        1,1202   +2,5 % 
EUR/JPY   114,19  +0,6 %   113,47        113,89  -10,4 % 
EUR/GBP   0,8580  -0,1 %   0,8588        0,8595  +16,5 % 
GBP/USD   1,2975  -0,1 %   1,2985        1,3034  -12,0 % 
USD/JPY   102,52  +0,8 %   101,74        101,66  -12,7 % 
USD/KRW  1120,30  +0,3 %  1116,76       1120,83   -4,8 % 
USD/CNY   6,6719  -0,0 %   6,6720        6,6707   +2,7 % 
USD/CNH   6,6824  -0,0 %   6,6839        6,6755   +1,7 % 
USD/HKD   7,7560  -0,0 %   7,7571        7,7571   +0,1 % 
AUD/USD   0,7547  -0,1 %   0,7553        0,7564   +3,6 % 
 
 

Der Dollar erholte sich von einem vorübergehenden Rücksetzer. Für einen Euro wurden gut 1,1156 Dollar gezahlt. Im Tageshoch notierte der Euro bei 1,1214 Dollar. Abgesehen von dem kurzen Schwächenanfall blieb der Dollar am Dienstag innerhalb seiner Vortagesspanne. Mehr Bewegung gab es zum Pfund, das sich gegen den Greenback deutlich ermäßigte. Am Markt war von einer Gegenbewegung die Rede. Auch wenn die jüngsten britischen Daten besser ausgefallen seien als nach dem Brexit erwartet, sei die Erholung des Pfund doch zu weit gegangen, sagte Devisenhändler Juan Perez von Tempus.

Der Yen gerät mit den BoJ-Aussagen stark unter Druck. Nachdem der Dollar zunächst auf 101,01 Yen gefallen ist, geht es im Anschluss steil auf 102,78 Yen und damit auf Tageshoch nach oben.

++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

ROHOEL     zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex    44,88      44,05  +1,9 %     0,83  +3,6 % 
Brent/ICE    46,52      45,88  +1,4 %     0,64  +7,4 % 
 
 

Die Ölpreise tendierten erneut sehr wechselhaft. Der Preis für die Sorte WTI stieg am Ende um 0,3 Prozent auf 43,44 Dollar, lag aber zwischenzeitlich deutlich darunter wie darüber. Zunächst stand den Preis unter Druck. Am Markt wuchsen die Zweifel, dass sich die Ölstaaten am 28. September bei ihrer Konferenz in Algerien auf eine Fördermengenbegrenzung einigen werden. Vielmehr würden die Opec-Mitglieder Nigeria, Libyen und Venezuela lieber mehr Öl fördern. Dann reihte sich Russland in den Chor der Stimmen ein, die die Preise stabilisieren wollen. Das Land unterstütze ein entsprechendes Abkommen, das sich über die Dauer von einem Jahr erstrecken soll, sagte der russische Vertreter bei der Opec am Dienstag. Zuvor hatte sich bereits Russlands Präsident Wladimir Putin zugunsten einer Einfrierung der Produktion ausgesprochen. In Asien behaupten die Ölpreise ihre Gewinne.

METALLE

METALLE         zuletzt    Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.314,63  1.315,10  -0,0 %    -0,47  +23,9 % 
Silber (Spot)     19,18     19,30  -0,6 %    -0,12  +38,8 % 
Platin (Spot)  1.033,95  1.029,75  +0,4 %    +4,20  +16,0 % 
Kupfer-Future      2,15      2,16  -0,4 %    -0,01   -0,3 % 
 
 

Der Goldpreis zeigte sich im späten Geschäft wenig verändert bei 1.315 Dollar je Feinunze. Unmittelbar nach der BoJ-Entscheidung legte der Goldpreis zu und stieg auf ein Tageshoch bei 1.320 Dollar. Im Anschluss kam der Preis für die Feinunze allerdings leicht unter Druck und fiel auf 1.307 Dollar zurück.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR +++++

INNENPOLITIK BRASILIEN

Dem früheren brasilianischen Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva wird wegen Korruption und Geldwäsche der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft habe "ausreichende Indizien" vorgelegt, um ein Verfahren gegen den 70-Jährigen einzuleiten, gab Richter Sergio Moro bekannt.

KONJUNKTUR JAPAN

Exporte Aug -9,6 % (PROGNOSE: -7,2 %) gegenüber Vorjahr

Importe Aug -17,3 % gegenüber Vorjahr

Handelsbilanz Aug Defizit 18,7 Mrd JPY (PROGNOSE: Überschuss 200 Mrd JPY)

INFLATION MALAYSIA

Verbraucherpreise Aug +1,5 % (PROG: +1,2 %) gg Vorjahr

Verbraucherpreise Aug +0,4 % gg Vormonat

FEDEX

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

September 21, 2016 01:46 ET (05:46 GMT)

Der US-Paketdienst Fedex hat im ersten Geschäftsquartal dank eines gut laufenden Express- und Frachtgeschäfts Umsatz und Gewinn gesteigert und den Jahresausblick angehoben.

MICROSOFT

Der US-Technologiekonzern erhöht seine Quartalsdividende und will Aktienrückkäufe vornehmen. Die Dividende soll auf 39 Cent von 36 Cent je Aktie steigen. Die Aktienrückkäufe sollen ein Volumen von 40 Milliarden Dollar umfassen und bis zum 31. Dezember abgeschlossen werden. Mit der höheren Auszahlung steigt die Dividendenrendite auf 2,7 von 2,3 Prozent.

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