MORNING BRIEFING - USA/Asien

Dienstag, 20.09.2016 07:38 von

DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien

Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires.

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+++++ TAGESTHEMA +++++

Japans Finanzminister will sich nicht in geldpolitische Debatten über eine Vertiefung der Niedrigzinsen einbeziehen lassen. Die Bank of Japan (BoJ) werde ihrerseits entscheiden, ob eine weitere Lockerung bei den Zinsen der Wirtschaft nutzt, antwortete Taro Aso während einer Pressekonferenz auf die Frage, welche positiven Auswirkungen eine weitere Senkung der Zinsen haben würde. Die BoJ hatte Anfang des Jahres einen Strafzins von 0,10 Prozent auf bestimmte Einlagen bei der Notenbank verhängt und damit die Geldpolitik weiter gelockert. Mit dem Strafzins will die Notenbank erreichen, dass die Geldhäuser mehr Kredite vergeben und so die Wirtschaft angekurbelt wird. Zudem soll für Preisauftrieb gesorgt werden. Die Banken des Landes kritisieren die Negativzinsen scharf. Denn durch die Maßnahmen schwinden die Gewinne der Banken immer mehr. Am Mittwoch kommt die japanische Notenbank zu ihrer Sitzung zusammen.

+++++ AUSBLICK KONJUNKTUR +++++

-US 
    14:30 Baubeginne/-genehmigungen August 
          Baubeginne 
          PROGNOSE: -1,7 % gg Vm 
          zuvor:    +2,1 % gg Vm 
          Baugenehmigungen 
          PROGNOSE: +2,6 % gg Vm 
          zuvor:    revidiert -0,8 % gg Vm; 
                    vorläufig -0,1 % gg Vm 
 
 

+++++ ÜBERSICHT INDIZES +++++

INDEX                   Stand   +/- % 
S&P-500-Future       2.136,10  +0,15 % 
Nikkei-225          16.480,26  -0,24 % 
Hang-Seng-Index     23.508,65  -0,18 % 
Shanghai-Composite   3.023,15  -0,10 % 
S&P/ASX 200          5.291,80  -0,06 % 
 
 

+++++ FINANZMÄRKTE +++++

OSTASIEN (VERLAUF)

Die immer näher rückenden Zinsentscheidungen der Bank of Japan (BoJ) und der US-Notenbank sorgen an den Aktienmärkten in Asien am Dienstag für ein dünnes Geschäft. Die Indizes pendeln dabei in engen Spannen um die Schlussstände des Vortages. "Die Märkte wägen Chancen und Risiken der Zinsentscheidungen der Bank of Japan und der Fed ab", so Analyst Ric Spooner von CMC Markets. Die japanische Notenbank dürfte am Mittwoch im Rahmen ihrer extrem lockeren Geldpolitik weiter Maßnahmen ergreifen, so die Erwartung. Ganz oben auf der Liste stehen mögliche Veränderungen beim Kauf von Staatsanleihen durch die BoJ. Das berichten mehrere Informanten mit direkten Kenntnissen der internen Diskussionen in der BoJ. Die Notenbank würde damit auf Kritiker reagieren, die auf negative Folgen beim Kauf der Staatspapiere verwiesen hatten. Die US-Notenbank dürfte dagegen die erste Zinserhöhung in diesem Jahr weiter verschieben. In Schanghai belasten Sorgen um eine mögliche Immobilienblase leicht. Der Anstieg der Häuserpreise hat sich im August nochmals beschleunigt. Nach einem Plus von 6,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr im Juli zogen die Preise im August um 7,5 Prozent an. Die Anleger würden nach dem Aktiencrash in China im vergangenen Sommer nun verstärkt in Immobilien investieren, so ein Teilnehmer. In Australien läuft der Handel nach den technischen Problemen am Vortag wieder in geregelten Bahnen. Gestützt wird das Sentiment vor allem durch Aufschläge bei den Minenwerten. Die australische Notenbank will die Zinsen auf dem aktuellen Niveau belassen, möglicherweise sogar bis in das kommende Jahr hinein. Dies geht aus dem am Dienstag veröffentlichten Protokoll der Sitzung vom 6. September hervor. Die Reserve Bank of Australia hatte im August den Leitzins um 25 Basispunkte auf das neue Rekordtief von 1,50 Prozent gesenkt.

US-NACHBÖRSE

Deutlich unter Druck stand im nachbörslichen Handel am Montag die Aktie von Chesapeake Energy. Der aktivistische Investor Carl Icahn hat sich von mehr als der Hälfte seiner Beteiligung an dem Unternehmen getrennt. Der Anteil liegt nun noch bei 4,55 Prozent nach zuvor 9,4 Prozent. Das Management des Unternehmens habe in den vergangenen Jahren einen "hervorragenden Job" gemacht, die Reduzierung erfolge aus steuerlichen Gründen, hieß es zur Begründung. Die Aktie reduzierte sich bis um 19:59 Uhr Ortszeit um 4,9 Prozent auf 6,48 Dollar.

WALL STREET

INDEX            zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
DJIA           18.120,17      -0,02         -3,63           3,99 
S&P-500         2.139,12       0,00         -0,04           4,66 
Nasdaq-Comp.    5.235,03      -0,18         -9,54           4,55 
Nasdaq-100      4.796,07      -0,46        -21,98           4,42 
 
                               Freitag 
Umsatz NYSE (Aktien) 0,72 Mrd  2,16 Mrd 
Gewinner             2.075     1.093 
Verlierer              970     1.945 
Unverändert            102        86 

Zwei Tage vor der Leitzinsentscheidung der Fed pendelten die Kurse zwischen Plus und Minus hin und her. Das Auf und Ab war aber weniger der Unsicherheit um den Fed-Termin geschuldet, sondern folgte weitgehend dem volatilen Ölmarkt. Im Blick blieben aber unverändert die Notenbanksitzungen der Fed und der Bank of Japan in der laufenden Woche. Eine übergroße Mehrheit der Marktteilnehmer rechnet noch nicht mit einer Zinsanhebung durch die Fed. Mehr Überraschungspotenzial birgt nach Marktmeinung das Treffen der Tokioter Währungshüter. Tech Data kauft für 2,6 Milliarden Dollar die Sparte Technologie-Lösungen von Avnet. Avnet legten um 6,8 Prozent zu, Tech Data sprangen sogar um 22 Prozent. Infoblox verteuerten sich um 15 Prozent, Vista Equity Partners übernimmt das Netzsicherheitsunternehmen. Fantasie kam in den Hausbausektor, in dem das Sentiment auf ein Elfjahreshoch gestiegen war. Lennar stiegen um 1,7 Prozent, KB Home um 2,9 Prozent und Pultegroup um 1,5 Prozent. Wells Fargo wurde von R.W. Baird hochgestuft, was der Aktie zu einem Plus von 1,3 Prozent verhalf. Mattel wurden von Monness, Crespi, Hardt zum Kauf empfohlen und Stifel Nicolaus hat die Viacom-Aktie zurückgestuft. Für Mattel ging es um 1,6 Prozent nach oben, Viacom gaben 0,6 Prozent nach. Morgan Stanley hat GM nach oben genommen, die Aktie stieg um 2,4 Prozent.

TREASURYS

Laufzeit       Kurs      Änderung     Rendite   Änderung in Bp 
10 Jahre     98-6/32        +1/32       1,70 %      -0,3 
30 Jahre    95-28/32        +4/32       2,44 %      -0,7 

Der Anleihehandel war von Zurückhaltung geprägt. Die Rendite zehnjähriger Treasurys stieg um einen Basispunkt auf 1,70 Prozent.

DEVISEN

DEVISEN  zuletzt  +/- %    00:00  Mo. 9.51 Uhr   % YTD 
EUR/USD   1,1173  -0,0 %   1,1176        1,1163   +2,9 % 
EUR/JPY   113,74  -0,1 %   113,85        113,95  -10,8 % 
EUR/GBP   0,8569  -0,1 %   0,8575        0,8542  +16,4 % 
GBP/USD   1,3039  +0,0 %   1,3033        1,3067  -11,6 % 
USD/JPY   101,82  -0,0 %   101,86        102,06  -13,3 % 
USD/KRW  1120,33  +0,1 %  1119,38       1119,71   -4,7 % 
USD/CNY   6,6692  +0,0 %   6,6685        6,6686   +2,7 % 
USD/CNH   6,6726  +0,1 %   6,6670        6,6687   +1,6 % 
USD/HKD   7,7570  -0,0 %   7,7577        7,7581   +0,1 % 
AUD/USD   0,7540  +0,0 %   0,7539        0,7536   +3,5 % 
 
 

Am Devisenmarkt verteidigte der Dollar einen Großteil seiner Gewinne vom Freitag, entfernte sich aber etwas vom Tageshoch nach unten. Für einen Euro wurden im späten US-Handel 1,1176 Dollar gezahlt nach einem Tagestief von 1,1151. Der Greenback hatte zugelegt, nachdem die am Freitag veröffentlichten US-Verbraucherpreise einen überraschend deutlichen Anstieg aufgewiesen hatten, was tendenziell für steigende Zinsen spricht. Doch eine solche Fantasie scheint nicht wirklich Platz zu greifen, was sich besonders auch beim Dollar-Yen-Kurs zeigte, wo die US-Devise Federn ließ.

++++ ROHSTOFFE +++++

ÖL

ROHOEL     zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex    43,07      43,30  -0,5 %    -0,23  +0,5 % 
Brent/ICE    45,79      45,95  -0,3 %    -0,16  +5,7 % 
 
 

Die Ölpreise profitierten einerseits von Aussagen aus Venezuela, wonach eine Förderbegrenzung des Erdölkartells Opec im Verbund mit Nicht-Mitgliedern möglich erscheint. Zudem legten am Wochenende bewaffnete Auseinandersetzungen zwei wichtige libysche Ölhäfen vorübergehend lahm, so dass von dort kein Öl verschifft werden konnte. Allerdings schloss der Ölpreis deutlich unter seinem Tageshoch. WTI gewann 0,6 Prozent auf 43,30 Dollar. Brent legte in vergleichbarem Umfang zu. Zwischenzeitlich hatten sich die Preise um rund 2,5 Prozent verteuert. Am Ölmarkt hat in Asien die Dynamik deutlich nachgelassen. Nach dem volatilen Handel zu Wochenbeginn geben die Preise für WTI und Brent ihre Vortagesgewinne fast vollständig wieder ab.

METALLE

METALLE         zuletzt    Vortag  +/- %  +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.316,18  1.312,20  +0,3 %    +3,98  +24,1 % 
Silber (Spot)     19,25     19,16  +0,4 %    +0,09  +39,3 % 
Platin (Spot)  1.028,50  1.022,20  +0,6 %    +6,30  +15,4 % 
Kupfer-Future      2,14      2,15  -0,4 %    -0,01   -0,6 % 
 
 

Der Goldpreis machte wieder etwas Boden gut. Die Feinunze kostete im späten Geschäft rund 1.313 Dollar. Das waren 3 Dollar mehr als am Freitag. In Asien geht es leicht nach oben. Die bestehende Unsicherheit über den Zeitpunkt des nächsten Zinsschrittes in den USA sorgt für Zurückhaltung, auch wenn am Mittwoch eine Zinserhöhung ausgeschlossen wird.

+++++ MELDUNGEN SEIT VORTAG, 20.00 UHR +++++

GELDPOLITIK AUSTRALIEN

Die australische Notenbank hat angedeutet, wohl bis zum kommenden Jahr keine weiteren Zinsschritte vorzunehmen.

CETA/TTIP

(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires

September 20, 2016 01:38 ET (05:38 GMT)

Die SPD spricht sich für das umstrittene Freihandelsabkommen Ceta zwischen der EU und Kanada aus. Ein Parteikonvent erteilte Bundeswirtschaftsminister und Parteichef Sigmar Gabriel unter Auflagen die Erlaubnis, im Rat der EU-Handelsminister noch in dieser Woche für das Abkommen zu stimmen. Gabriel glaubt anders als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht daran, dass mit der aktuellen US-Regierung in diesem Jahr noch eine grundsätzliche Einigung beim Freihandelsabkommen TTIP erreicht werden kann.

KOREAKRISE

Nordkorea hat nach Angaben staatlicher Medien weitere Fortschritte auf dem Weg zur Stationierung seines ersten Satelliten im Weltall gemacht. Der Test eines leistungsstarken Antriebs für eine Trägerrakete sei erfolgreich verlaufen, berichtete die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA.

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