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Moody's: Sorry Türkei, deine Anleihen sind Ramsch

Samstag, 24.09.2016 02:40 von

Kaum Touristen mehr, innenpolitische Spannungen, Erdogans „Säuberungen“, fragiles politisches und finanzielles Umfeld: Die Ratingagentur Moody's (Moody's Aktie) sieht kaum Gründe für Anleger, Geld in die Türkei zu stecken.

Die US-Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit der Türkei auf Ramschniveau herabgestuft. Die Finanzen des Landes hätten sich angesichts der politischen Turbulenzen verschlechtert, erklärte Moody's am Freitag und senkte die Bonitätsnote um eine Stufe auf Ba1. Die Reaktion der türkischen Regierung auf den Umsturzversuch behindere die erwarteten Reformen und die Rechtsstaatlichkeit.

Die Türkei bewege sich weiterhin „in einem fragilen finanziellen und geopolitischen Umfeld“, erklärte die Ratingagentur. Ihre „äußere Verletzbarkeit“ habe zugenommen, sowohl in den vergangenen zwei Jahren als auch in jüngster Zeit wegen unvorhersehbarer politischer Entwicklungen.

Moody's verwies auf den starken Rückgang der Tourismuseinnahmen infolge eines russischen Embargos und zunehmender Anschläge in der Türkei. Dies habe die Zahlungsbilanz geschwächt. Der Tourismus macht 4,4 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes aus.

Gleichzeitig seien die Auslandsschulden von Regierung, Unternehmen und Bankensektor gestiegen, in diesem Jahr seien noch Zahlungen in Höhe von rund 159 Milliarden Dollar (Dollarkurs) fällig, erklärte Moody's weiter. Diesem hohen Finanzierungsbedarf stünden plötzliche Schwankungen des Vertrauens der Investoren gegenüber, das in den vergangenen 18 Monaten "schwach und unbeständig" gewesen sei.

Die Türkei scheine den Putschversuch im Juli in finanzieller Hinsicht zwar gut überstanden zu haben, erklärte Moody's. Die Gefahr einer Zahlungsbilanzkrise sei aber wegen des erhöhten Finanzierungsbedarfs, höherer innenpolitischer Risiken und der anhaltenden geopolitischen Bedrohungen gestiegen.

Der Putschversuch am 15. Juli war gescheitert; seither geht die türkische Regierung mit großer Härte gegen vermeintliche Gegner vor. Zehntausende Menschen wurden festgenommen, ihrer Posten enthoben oder versetzt. Zudem startete die Türkei Ende August eine Militäroffensive in Syrien, die gegen die IS-Miliz sowie gegen die Kurden gerichtet ist.

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