Mitarbeiter im luftleeren Raum

Freitag, 10.11.2017 14:27 von Handelsblatt

Die insolvente Air Berlin (Air Berlin Aktie) ist weitgehend aufgeteilt, viele Mitarbeiter haben Chancen auf einen neuen Job. Doch der Übergang gestaltet sich zunehmend schwierig: Die Verunsicherung in der Belegschaft ist groß.

Die Zahlen überraschen: Obwohl das Management und die Insolvenzverwaltung von Air Berlin mehrfach klar gemacht haben, dass die Mitarbeiter nicht sich davon ausgehen können, in den kommenden Wochen ihr Gehalt ausgezahlt zu bekommen, haben sich bislang nur wenige arbeitslos gemeldet. Die für den Stammsitz der Airline zuständige Arbeitsagentur Berlin Nord hatte zur Wochenmitte gerade einmal 400 Angestellte der Fluggesellschaft gezählt, die sich zu diesem Schritt entschlossen haben.

Eigentlich hätten es etwa 1200 sein müssen. Das ist grob die Zahl jener Mitarbeiter am Standort Berlin, die weder durch die Übernahme von Air Berlin-Teilen durch andere noch durch den Wechsel in Transfergesellschaften auf eine Weiterbeschäftigung hoffen können.

Wie aus dem Umfeld von Air Berlin-Mitarbeitern zu hören ist, sind viele verunsichert. Wer sich arbeitslos meldet, muss vorher kündigen. Damit könnte er die Chance verwirken, sich später etwa bei Lufthansa (Lufthansa Aktie) oder Easyjet einzuklagen, die wesentliche Teile von Air Berlin übernehmen, heißt es. Sowohl Verdi als auch die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit haben mehrfach deutlich gemacht, dass sie gerichtlich klären lassen wollen, ob es sich nicht auch bei der schlichten Übernahme von Flugzeugen beziehungsweise der entsprechenden Leasingverträgen um einen Betriebsübergang nach Paragraf 613a handelt. Rechtsexperten schätzen die Chancen einer solchen Klage zwar als nicht besonders hoch ein. Aber sie weisen gleichzeitig darauf hin, dass ein solche Fall bisher noch nicht letztinstanzlich etwa vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) geklärt worden sei.

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