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„Mit Sorge ins neue Jahr“

Montag, 09.01.2017 16:40 von

Die deutschen Geschäftsbanken gehen nur mit gedämpfter Zuversicht ins neue Jahr. Grund seien die politischen Unsicherheiten - gerade in Europa. Sorgen macht auch die italienische Krisenbank Monte dei Paschi.

Die privaten deutschen Geschäftsbanken blicken angesichts des Präsidentenwechsels in den USA, der Brexit-Verhandlungen und anhaltender Probleme in Europa mit gemischten Gefühlen auf das Jahr 2017. Die Banken gingen „mit einer gedämpften Portion Zuversicht“ und einigen Sorgen ins neue Jahr, sagte am Montag der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) Michael Kemmer. Was sich mit dem neue US-Präsidenten Donald Trump ändern werde, sei noch unklar. Allerdings rechnet Kemmer nicht mit einer Rolle rückwärts in der Finanzregulierung.

Große Sorge bereitet den deutschen Banken die Entwicklung in Europa. „Die Währungsunion ist noch nicht über den Berg“, sagte Kemmer. Skeptisch stimme die Entwicklung bei der italienischen Krisenbank Monte dei Paschi di Siena, die wohl mit Staatsgeld unterstützt werden wird. Zwar ließen die neuen europäischen Regeln ein solches Vorgehen als Ausnahme zu, sagte Kemmer. Es sei aber kein gutes Zeichen, wenn gleich bei der ersten größeren Schieflage wieder die Steuerzahler und nicht die Eigentümer und Gläubiger in Haftung genommen würden, wie es die Restrukturierungs- und Abwicklungsregeln eigentlich vorsehen.

Das Ausscheiden Großbritanniens aus der Europäischen Union schade allen in Europa. Der Finanzplatz Deutschland mit Frankfurt aber habe immerhin die Chance, zumindest teilweise zu profitieren, sagte Kemmer. Die britische Regierung hat angekündigt, im März den Antrag zum Ausscheiden aus der EU zu stellen. Finanzfirmen befürchten, nach einem Brexit den Zugang zum EU-Binnenmarkt zu verlieren. Einige Institute erwägen deswegen, zumindest zum Teil in ein anderes EU-Land umzuziehen.

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