Mit der „Schwarm-Organisation“ auf den Premium-Thron

Mittwoch, 07.09.2016 19:40 von

Die wachsende Konkurrenz durch US-IT-Konzerne wie Google (Alphabet A Aktie) und Apple (Apple Aktie) zwingt die traditionelle Autoindustrie, schneller zu agieren und ihre Strukturen zu überdenken. Daimler-Chef Zetsche setzt auf „Schwarm-Organisation“.

Daimler-Chef Dieter Zetsche will den deutschen Automobilbauer mit einem Konzernumbau fit für die Herausforderungen der Digitalisierung machen. „Wir stellen uns vor, dass wir kurzfristig, innerhalb von einem halben Jahr oder Jahr, rund 20 Prozent der Mitarbeiter auf eine Schwarm-Organisation umstellen“, sagte Zetsche der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Dabei sollen Mitarbeiter, die nicht in strikte Hierarchien eingebunden sind, für bestimmte Themen verknüpft werden.

Rund 1000 Führungskräfte und Mitarbeiter waren aufgefordert, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen, um die Unternehmenskultur von morgen zu erarbeiten. „Sie agieren unabhängig von Abteilungsgrenzen sehr autonom vernetzt, und das ist dann keinesfalls auf einzelne Projekte beschränkt, sondern eine dauerhafte Sache“, fügte Zetsche hinzu. Allein drei bis vier Prozent der Mitarbeiter sollen demnach in einem Schwarm tätig sein, der sich mit der Mobilität der Zukunft beschäftigt. Daimler (Daimler Aktie) habe dafür den Begriff „Case“ gewählt.

„'C' für connected cars, also die Digitalisierung des Verkehrs, 'a' für autonomes Fahren, 's' für shared mobility, also neue Geschäftsmodelle und 'e' für Elektrifizierung“, erklärte Zetsche. „Jede dieser Veränderungen für sich hat schon allein das Potenzial, alles auf den Kopf zu stellen. Für Daimler geht es ganz klar darum, in allen vier Feldern die führende Position zu belegen und vor allem das Zusammenspiel der Felder zu verstehen und zu nutzen.“ Statt bis zu sechs werde es nur noch zwei Hierarchiestufen geben. Bis 2020 soll das Konzept zur neuen Führungskultur vollständig umgesetzt werden.

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