Mit der Inflation steigt der Druck auf Yellen

Freitag, 16.09.2016 18:40 von

Das steigende Preisniveau ist ein weiteres Argument für die Zinserhöhung. Doch dass die US-Notenbank am Donnerstag die Leitzinsen anhebt, ist unwahrscheinlich. Die Frage ist, ob die Fed den Schritt 2016 überhaupt wagt.

Die steigende Inflation macht eine Zinserhöhung in den USA am Jahresende wahrscheinlicher. Die Verbraucherpreise kletterten im August um 1,1 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Arbeitsministerium am Freitag mitteilte. Ökonomen hatten nur mit 1,0 Prozent gerechnet, nachdem die Teuerungsrate im Juli noch bei 0,8 Prozent lag. Benzin verbilligte sich nur noch minimal, während sich Mieten und die Kosten im Gesundheitswesen spürbar verteuerten.

"Die preisdämpfenden Effekte des Ölpreisrückgangs laufen nun aus", erklärte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank aus Liechtenstein. In den kommenden Monaten sei daher mit deutlich höheren Inflationsraten zu rechnen. An den Märkten wird zunehmend darauf gesetzt, dass die Notenbank Fed im Dezember ihren Leitzins nach oben setzt. Der Euro-Kurs geriet deshalb unter Druck: Er rutschte auf den tiefsten Stand seit zehn Tagen ab, weil die Aussicht auf höhere Zinsen den Dollar (Dollarkurs) attraktiver macht.

Börsianer taxieren die Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung im Dezember an den Terminmärkten nun wieder auf mehr als 50 Prozent, nachdem es zuletzt nur 47 Prozent waren. Die Fed hatte die geldpolitischen Zügel im Dezember 2015 erstmals seit fast zehn Jahren angezogen und hält den Leitzins seither in einer Spanne zwischen 0,25 und 0,5 Prozent. Eine Serie schwächerer Konjunkturdaten, die maue Weltwirtschaft und die lange Zeit hartnäckig niedrige Inflation hielt sie bislang vom nächsten Schritt ab.

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