Merkel nach Attacke auf Telekom: Cyberangriffe „gehören heute zum Alltag“

Dienstag, 29.11.2016 15:37 von

Angela Merkel bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin.
Angela Merkel bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin. - © istockphoto.com / Dmitry Berkut
Am Sonntagnachmittag legte ein Hackerangriff die Netze der Telekom lahm. Jetzt äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zu der Attacke.

Fast eine Million Haushalte waren betroffen, noch immer sind die Störungen nicht komplett behoben: Nachdem es am Sonntagnachmittag zu massiven Ausfällen im Netz der Telekom kam, steht mittlerweile ein Hackerangriff als Ursache fest. Inzwischen soll die Zahl der betroffenen Geräte „dramatisch zurückgegangen“ sein, teilte ein Sprecher der Telekom heute Morgen im ARD-Radio mit. Laut Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) handelte es sich bei dem Angriff um eine weltweite Attacke.

Merkel: „Lernen, damit umzugehen“

Bei einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag nahm Bundeskanzlerin Angela Merkel zu den Angriffen Stellung: Merkel mahnte dabei zur Gelassenheit und erklärte, dass Cyber-Angriffe mittlerweile nichts Ungewöhnliches seien. Der Kanzlerin zufolge gehörten derartige Attacken „heute zum Alltag“ – man müsse deshalb „lernen, damit umzugehen“, so die CDU-Vorsitzende weiter.

Kanzlerin erwähnt russische Hacker-Strategie

Indirekt stellte die Regierungschefin in ihren Ausführungen einen Zusammenhang zwischen der aktuellen Cyber-Attacke auf die Telekom und der Strategie Russlands her: „In der Doktrin Russlands“, so Merkel, würden derlei Attacken als „hybride Auseinandersetzungen“ gelten. Sie habe jedoch keinerlei Erkenntnisse über die Herkunft des aktuellen Angriffs, der mehrere hunderttausend Telekom-Router außer Gefecht gesetzt hatte, so die Bundeskanzlerin bei der Pressekonferenz in Berlin. Merkel rief dazu auf, sich durch derartige Vorfälle „nicht irritieren“ zu lassen – vielmehr müsse die Regierung ihre Überzeugungen „klar weiter zum Ausdruck bringen“. Merkel versprach, dass das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) an einer Aufklärung des Vorfalls arbeiten werde – diese sei jedoch „naturgemäß nicht einfach“.