Mein erstes Mal in der Edel-Schneiderei

Mittwoch, 05.10.2016 19:20 von

Der italienische Herrenausstatter Zegna schneidert Maßanzüge von der Stange. Das ist günstiger, als einen komplett neuen Anzug zu entwerfen. Wie fühlt sich das Stöffchen an? Wir haben es mal ausprobiert.

Es ist ja nicht so, dass das mein erster auf mich zugeschnittener Anzug ist. Vor einigen Jahren war ich in Köln bei einem Freund zu Gast auf einer Custom-Tailor-Party. Zwei indischstämmige Schneider aus Bangkok waren auf Europatournee und boten ihre maßgeschneiderten Dienste bei Privatleuten an, die ihr Wohnzimmer samt Minisalamis und ein paar Flaschen Bier als Verkaufsraum zur Verfügung stellten. Textile Tupperware.

Nach zwei Flaschen Kölsch stand mir die Laune nach einem sommerlich weißen Anzug, falls ich mir mal eine eigene Yacht zulegen würde. Das Ganze für 200 Euro. Na ja. Das Ende vom Lied: Anderthalb Jahre später habe ich dem Schneider meinen maßgeschneiderten Anzug in Bangkok persönlich auf den Tresen geknallt. Mein lässiger Sommeranzug war derartig leicht und weiß, dass man durch ihn hindurch Zeitung lesen konnte. Unbrauchbar.

Nun mein zweiter Versuch in einer anderen Liga. Bei Ermenegildo Zegna, der Edelschneiderei aus Italien, in ihrer Berliner Dependance. Anzüge ab 2100 Euro.

Zegna bietet eine seltsame Kategorie in der Welt der Anzüge an. Sie nennen es „Su Misura“-Service, nach Maß. Und füllen damit raffiniert eine Lücke im System von:

Anzug von der Stange, bei dem man meist höchstens noch die Länge von Armen und Beinen anpassen kann, und maßgeschneidertem Anzug, der wie ein Kunstwerk von null an um den Körper des Kunden drapiert wird.

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