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Mehr Uhr braucht der Mann

Dienstag, 29.11.2016 08:20 von

Für hochwertige Uhren gibt Mann auch gerne mal mehr Geld aus. Doch wie viel Glanz ist gefragt und passend? Junghans-Chef Matthias Stotz und Claudia Wellendorff vom gleichnamigen Schmucklabel über Trends und Innovationen.

Schramberg im Schwarzwald. Unternehmenssitz von Junghans, einst größter Uhrenhersteller der Welt. 1903 war das, heute wirkt das riesige Firmengelände verwaist, der düstere Schwarzwald drumherum trägt seinen Teil zur morbiden Szenerie bei. Die knapp 124 übrig gebliebenen Mitarbeiter finden in einem einzigen Gebäude Platz. Doch es wird wieder gebaut. Der berühmte Terrassenbau, eine industrielle Architektur-Ikone, wird nach einem Vierteljahrhundert Leerstand zum Museum umfunktioniert. Das darf sich Schmuckherstellerin Claudia Wellendorff, die aus dem nahen Pforzheim angereist ist, gleich anschauen. Nach der Privatführung nehmen beide im verglasten Gesprächsraum, umgeben von Uhrenwerkstätten, Platz.

WirtschaftsWoche: Frau Wellendorff, Herr Stotz, Sie beide schreiben sich deutsche Wertarbeit auf die Fahnen, dabei agieren Sie in völlig unterschiedlichen Preisklassen. Geht das?

Matthias Stotz: Junghans baut seit 1861 Uhren, die sich jeder leisten kann. Im Schwarzwald wurden damals vor allem Holzräderuhren gebaut, doch aus Amerika drohte Konkurrenz durch die ersten industriell gefertigten Uhren. Um dagegenzuhalten, begannen Erhard Junghans und sein Schwager industrielle Uhren zu bauen.

In einer Junghans-Uhr steckt also gar kein Handwerk mehr?

Stotz: Es steckt auch heute noch in jeder Uhr viel Handarbeit. Junghans war immer ein Unternehmen, das handwerkliche Tätigkeiten industriell übersetzt hat. Noch heute werden unsere Uhren von Hand gezeichnet, montiert und geprüft – auch bei unseren Einstiegsmodellen für rund 300 Euro.

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