Medienwächter überprüfen Drogen-Selbstversuch bei RTL

Dienstag, 06.09.2016 14:00 von

Jenke von Wilmsdorff mag Diskussionen um seine Sendungen. Auch sein neuester Selbsterfahrungstrip sorgt für Gesprächsstoff. Zum zweiten Mal testete der RTL-Reporter im TV die Wirkung von Drogen an sich selbst.

Nach dem Drogen-Selbstversuch von RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff vom Montagabend wird die deutsche Medienaufsicht aktiv. „Wir prüfen, ob es einen Anfangsverdacht gibt, dass die Ausstrahlung jugendgefährdend gewesen ist“, sagte eine Sprecherin der für den Kölner Sender zuständigen Niedersächsischen Landesmedienanstalt in Hannover der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Beschwerden seien bisher aber keine eingegangen.

RTL steht zum „Jenke-Experiment“: „Wir dokumentieren das Thema, anstatt es zu tabuisieren“, entgegnete eine RTL-Sprecherin. „Drogenkonsum wird nicht verherrlicht, sondern eingeordnet, um vor den zerstörerischen Konsequenzen zu warnen.“ Der 50-jährige RTL-Reporter hatte in einer Reportage Drogen genommen, um ihre Wirkung zu testen – unter anderem Ecstasy, Ritalin, K.O.-Tropfen und Speed, außerdem in Portugal LSD.

„Wir setzen uns mit dem Thema Drogensucht auseinander, weil es in der Mitte unserer Gesellschaft angekommen und damit höchst relevant ist“, hieß es von RTL. „Dazu gehört die dokumentarische Darstellung des Missbrauchs und auch die berauschende Wirkung der Drogen, die ja die Sucht erst auslöst.“

Ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft sagte auf Anfrage, sobald der Anfangsverdacht einer Straftat vorliege, sei man von Amtswegen verpflichtet, aktiv zu werden. Erstmal müsse aber geprüft werden, was in der Sendung am Montag passiert sei.

Für Reporter von Wilmsdorff, der in Selbstversuchen bereits über Themen wie Leben mit Behinderung, Altern, Tod oder Alkohol behandelte, war dies nach März 2014 die zweite Auseinandersetzung mit Drogen – und das völlig gesetzeskonform, wie RTL meint.

„Präventionsarbeit erfordert realistische Darstellung“

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