„Man sagt, die Banker weinen zweimal“

Mittwoch, 30.11.2016 18:00 von

Für Frankfurt könnte der Brexit sein Gutes haben, glaubt Hessens Wirtschaftsminister Al-Wazir. Er will britische Banker gezielt an den Main locken. Ein Institut scheint sich bereits für einen Umzug entschieden zu haben.

Ein grüner Wirtschaftsminister? Früher hätte man das ein Oxymoron genannt, einen Widerspruch in sich. Aber die Zeiten ändern sich: Beim Handelsblatt-Clubgespräch erklärte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (B90/Die Grünen) am Dienstagabend, wie er neue Jobs nach Frankfurt holen will – und das ausgerechnet aus der Finanzbranche. „Wir glauben, dass wir die Chance haben, einige Tausend Arbeitsplätze in die Region zu holen“, erklärte Al-Wazir den rund 80 Clubmitgliedern in Frankfurt.

Der Brexit macht’s möglich: Zwar sei der geplante EU-Austritt der Briten „erst einmal für niemanden in Europa eine gute Nachricht“, sagte Al-Wazir. Und doch könne Frankfurt womöglich davon profitieren. Denn wegen des drohenden Brexits sähen sich viele Institute genötigt, Arbeitsplätze auf den Kontinent zu verlegen, damit sie ihre Geschäfte in Europa fortführen können. „In allen Großbanken mit Sitz in London werden entsprechende Pläne vorbereitet“, berichtet Al-Wazir. Jedoch sei das ein schrittweiser Prozess: „Es werden keine 1.000 Londoner Banker auf einen Schlag am Flughafen landen, um sich eine Altbauwohnung im Nordend zu suchen.“ Für die Vorzüge der Rhein-Main-Region warb der gebürtige Offenbacher mit einem Schuss hessischer Selbstironie: „Man sagt, die Banker weinen zweimal: Wenn sie nach Frankfurt geschickt werden, und wenn sie wieder wegmüssen.“

Um den vollständigen Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier.