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Lufthansa Analyse (1) – Was sagen diese Kennzahlen?

Mittwoch, 11.01.2017 13:05

Kommentar von Rami Jagerali

Lieber Leser,

die Aktie der Deutschen Lufthansa AG befindet sich fast wöchentlich in den Medien. Das ist nicht verwunderlich, leidet die Airline doch seit Jahren an dem starken Wettbewerb, der von Billigflug-Airlines ausgeht und auch im Premium-Segment haben Anbieter deutlich angezogen. Auch der Streit mit der Pilotenvereinigung, sowie der Absturz einer Germanwings-Maschine, lasteten auf den Unternehmensgewinnen und damit dem Vertrauen der Investoren. Schaut man sich den Kursverlauf der Aktie seit der Finanzkrise an, so könnte man meinen, man hätte einen Währungskurs vor sich. Das sollte bei gut laufenden Aktien nicht der Fall sein. Mit Hilfe von fundamentalen Kennzahlen kann man die wirtschaftliche Entwicklung eines Unternehmens schnell und übersichtlich darstellen. Da es allerdings sehr viele Kennzahlen gibt, ist eine Unterteilung in verschiedene Kategorien sinnvoll. Empfehlenswert ist die Unterteilung in die Kategorien finanzielle Stabilität, Rentabilität, Marktposition sowie Gewinnwachstum. Wir wollen uns die Kennzahlen per drittes Quartal 2016 in den jeweiligen Kategorien für die Deutsche Lufthansa AG anschauen.

Finanzielle Stabilität von Lufthansa in 2016

Die finanzielle Stabilität von Lufthansa wollen wir anhand des sogenannten Gearings feststellen. Das Gearing stellt die Finanzverbindlichkeiten zum Eigenkapital ins Verhältnis und zeigt damit auf, in welchem Maße Finanzverbindlichkeiten durch Eigenkapital gedeckt sind. Per drittes Quartal 2016 verzeichnete Lufthansa ein Gearing von 45,34 % was so viel bedeutet, dass die finanzielle Stabilität gegeben ist. Werte zwischen 20-50 % sind als gut einzustufen.

Rentabilität von Lufthansa in 2016

Ob Lufthansa in 2016 rentabel war, kann man anhand der Eigenkapitalrendite erfahren. Diese stellt den Jahresüberschuss zum Eigenkapital gegenüber. Wir ermitteln die ungehebelte EKR. Diese gibt Aufschluss darüber, ob das Unternehmen fähig ist eine angemessene EKR zu erwirtschaften ohne sich dabei übermäßig für nötige Investitionen zu verschulden. Die ungehebelte EKR beträgt in diesem Fall 12,84 %. Das ist unter den gegebenen Umständen recht solide.

Marktposition von Lufthansa in 2016

Die Marktposition wollen wir mit Hilfe der Umsatzrendite erfahren. Diese wird durch die Gegenüberstellung des Jahresüberschusses zu den Umsatzerlösen berechnet. Per drittes Quartal 2016 beträgt, unseren Berechnungen nach, die Umsatzrendite der Lufthansa AG 7,75 %. Generell gilt: Eine niedrige Umsatzrendite zeugt von schwacher Marktposition und sollte im längerfristigen Vergleich herangezogen werden. Eine Umsatzrendite zwischen 10-20 % deutet auf eine recht solide Marktstellung hin. Im Falle der Lufthansa AG ist die niedrige Umsatzrendite berechtigt, da die Marktstellung aktuell deutlich angegriffen wird.

Gewinnwachstum von Lufthansa in 2016

Das Gewinnwachstum werden wir mit Hilfe des Gewinns je Aktie feststellen, da dieser Gewinn auch tatsächlich den Aktionären zur Verfügung steht. Er ergibt sich durch Division des Jahresüberschusses und Aktienanzahl. Den eigenen Angaben nach, beträgt der Gewinn je Aktie (EPS) per Q3 2016 3,98 Euro. Das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine positive Entwicklung, da im vergangenen Jahr ein Gewinn von 3,78 Euro zu Buche stand. Das KGV berechnet sich damit auf 2,93.

Fazit

Lufthansa ist gemäß dem letzten Quartalsbericht und den oben berechneten Kennzahlen nicht schlecht aber auch nicht wirklich gut aufgestellt. Es herrscht zwar keine starke Überschuldung vor, allerdings ist hier die Aussagekraft des Gearings fraglich, denn die Eigenkapitalquote beträgt bei der Lufthansa, den eigenen Angaben nach, lediglich 14,1 % (Vorjahr: 18,6 %). Dementsprechend wird das Eigenkapital mit Hilfe eines Hebels verzinst. Die EKR beträgt 38,14 %, die ungehebelte EKR beträgt somit deutlich weniger, nämlich 12,84 %, was aber unter den gegebenen Umständen trotzdem gar nicht schlecht ist. Der Gewinn je Aktie hat sich leicht gesteigert im Vergleich zum Vorjahr. Das KGV (2,93) deutet eine Unterbewertung an.

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