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Londons Banken müssen bis Anfang 2017 über Umzug nach Frankfurt entscheiden

Sonntag, 13.11.2016 08:40 von

Londons Banken stehen unter Zeitdruck und müssen schon bald entscheiden, wohin sie ihren Sitz nach dem Brexit verlegen wollen. Die Institute fordern mehr politische Unterstützung.

Bis Ende März 2017 würden sich die betroffenen Banken entscheiden, sagte Stefan Winter, Vorstandsvorsitzender des Verbands der Auslandsbanken in Deutschland und Vorstand der deutschen UBS, der WirtschaftsWoche. Auch Hubertus Väth, Geschäftsführer der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance, rechnet mit „Tendenzentscheidungen“ in den kommenden Monaten. „Ich glaube, dass wir dabei in der Poleposition sind“, sagte er der WirtschaftsWoche. „Die Banken wollen rechtzeitig mit der Aufsicht sprechen, um vorbereitet zu sein“, sagt Väth. Innerhalb der nächsten fünf Jahre könnten rund 10.000 Banker von London an den Main ziehen.

Damit Deutschlands wichtigster Finanzplatz profitiert, sei politische Unterstützung wichtig, fordert Winter. „Das Land Hessen hat großes Interesse“, sagt Winter. In Berlin sei die Haltung jedoch weitgehend neutral. „Ein klares Signal, dass die Finanzindustrie willkommen ist, wäre sehr hilfreich“, sagt Winter. Es sei entscheidender als Fragen zum Arbeitsrecht und der steuerlichen Absatzbarkeit der Bankenabgabe. Auch Michael Kemmer, Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken, fordert mehr politische Unterstützung: „Es gibt sicher eine Chance für den Finanzplatz Frankfurt, der international durchaus attraktiv ist. Ich würde mir in dieser Frage aber noch mehr Unterstützung durch die Politik wünschen.“, sagte er.

Bisher haben viele internationale Banken ihren Europasitz in London, weil sie vom EU-Passport profitieren, der ihnen erlaubt, Produkte von London aus in der gesamten EU anzubieten. Nach dem Brexit dürfte das so nicht mehr funktionieren.

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