London und Brüssel sind uneins über Brexit

Donnerstag, 08.09.2016 15:20 von

Sauberer Schnitt oder Trennung auf Raten? Die britische Premierministerin Theresa May will den EU-Austritt nicht überstürzen – doch EU-Ratspräsident Donald Tusk macht Druck.

Beim ersten Treffen zwischen der britischen Premierministerin Theresa May und EU-Ratspräsident Donald Tusk seit dem Brexit-Referendum sind unterschiedliche Vorstellung über das Tempo des britischen EU-Austritts deutlich geworden. Noch vor dem Gespräch am Donnerstag in London erklärte Tusk über Twitter, es sei im Interesse aller, wenn die Verhandlungen so bald wie möglich begännen. "Die Briten sind am Zug." Dagegen erklärte Mays Sprecherin nach dem Gespräch, der EU sei offenbar klar, dass die Briten erst eine Verhandlungsposition schaffen müssten, bevor die Trennung beginnen könne. Es sei nicht der Eindruck entstanden, dass die Briten unter Druck gesetzt würden.

Die Briten hatten am 23. Juni in einer Volksbefragung überraschend für den Austritt aus der Europäische Union gestimmt. Diese ist für eine schnelle Trennung, unter anderem weil befürchtet wird, dass eine längere Phase der Unsicherheit Investoren verschrecken könne. May hat dagegen angekündigt, das Verfahren in diesem Jahr nicht mehr formell eröffnen zu wollen.

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